Erfolg durch Verzicht: Das Bigster-Phänomen

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Kaufen Schweizer Autofahrer heute nur noch billig? Ein rumänisches Kompakt-SUV schockiert derzeit die gesamte etablierte Konkurrenz im C-Segment.

Dacia Bigster
Die Marke setzt beim Bigster ein klares Statement gegen Tierprodukte. In der gesamten Ausstattung findet sich kein Echtleder. - Dacia

Die ehemals belächelte Budgetmarke Dacia stürmt aktuell unaufhaltsam an die Spitze der Neuzulassungen. Mit einer modernen und flexiblen modularen Plattform unter dem robusten Blechkleid mischt der Hersteller das hart umkämpfte Segment der Familien-SUVs auf.

Der brandneue Bigster knackt sämtliche Verkaufsrekorde im privaten Sektor und sichert sich damit Spitzenplätze im europäischen Markt.

Der Benchmark-Vergleich: Platz gegen Prestige

Der rumänische Herausforderer attackiert bewährte Platzhirsche wie den Skoda Karoq ganz direkt über den nackten Nutzwert. Mit einem gewaltigen Kofferraumvolumen von bis zu 667 Litern deklassiert der Bigster die Konkurrenz beim Beladen spielend leicht.

Dacia Bigster
Nachhaltigkeit: Beim Bigster kommt das Material «Starkle®» zum Einsatz, das zu 20 Prozent aus recyceltem Polypropylen besteht und durchgefärbt ist, um auf Lackierungen zu verzichten. - Dacia

Viele Schweizer Familien schätzen diesen enormen und flexiblen Stauraum im hektischen Alltag mittlerweile ungemein. Zudem kostet das geräumige Basismodell fast zehntausend Franken weniger als ein vergleichbar ausgestatteter VW Tiguan aus Deutschland.

Dacia bietet preisbewussten Käufern hier schlichtweg unschlagbar viel funktionales Auto für das mühsam verdiente Geld. Die etablierten Volumenhersteller verlieren wegen dieser aggressiven Preisgestaltung massiv an Boden bei der wichtigen privaten Kundschaft.

Wo der Rotstift schmerzt

Die extrem aggressive Preispolitik erfordert verständlicherweise auch einige spürbare Kompromisse bei der gesamten Materialauswahl. Im kargen Innenraum dominiert an vielen Stellen einfaches Hartplastik anstelle von geschmeidigen und hochwertigen Oberflächen.

Dacia Bigster
Modularer Stauraum: Erstmals verbaut Dacia eine Rücksitzbank im Verhältnis 40/20/40 mit «Easy-Fold»-Funktion für maximale Flexibilität beim Transport. - Dacia

Bei plötzlichen und schnellen Ausweichmanövern stösst das einfache Fahrwerk zudem überraschend schnell an seine physikalischen Grenzen. Auch der allgemeine Geräuschkomfort leidet unter der unzureichenden Dämmung bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn.

Der absolut grösste Kritikpunkt betrifft jedoch die mangelhafte Sicherheitsausstattung im standardisierten Euro NCAP-Crashtest. Lediglich drei von fünf Sternen zeigen einen deutlichen Rückstand gegenüber den modernen Sicherheitsstandards der Konkurrenzprodukte.

Ein cleverer Hybrid trotzt dem Abwärtstrend

Der völlig neue Vollhybrid-Antrieb mit stolzen 155 PS sorgt für einen äusserst kraftvollen Vortrieb im Stadtverkehr. Dieses technische System arbeitet im urbanen Umfeld dank hohem Elektro-Anteil extrem effizient und schont das strapazierte Portemonnaie.

Dacia Biester Cockpit
Fahrerorientiert: Das Cockpit überzeugt durch klare Linien und eine intuitive Anordnung der Bedienelemente. - Dacia

Dacia meldete kürzlich dank dieser gefragten Antriebstechnik einen der absolut stärksten Mai-Monate der gesamten eigenen Unternehmensgeschichte. Während fast alle anderen Volumenhersteller über massive Absatzschwierigkeiten klagen, floriert das clevere Geschäft der Budgetmarke weiter.

Der Bigster beweist eindrücklich, dass Schweizer Autokäufer pragmatische und günstige Lösungen vermehrt über teuren Luxus stellen.

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Kommentare

User #4792 (nicht angemeldet)

das auto ist ok wenn man es sehr lange fährt,wenn nicht hats keinen wert beim eintausch,und sie sind lagsam zu teuer denn es ist billig

User #3992 (nicht angemeldet)

Wenn man die Anhänger last und die gepäck zuladung mit ein rechnet dann ist das für dieses SUV unterlegen.

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