Sarah Regez (SVP): «Realität lässt sich nicht wegdiskutieren»

Sarah Regez
Sarah Regez

Liestal,

Sarah Regez, Präsidentin SVP Frauen Baselland, spricht sich in ihrem Gastbeitrag für ein Ja zur Nachhaltigkeits-Initiative aus.

Sarah Regez
Sarah Regez, Präsidentin SVP Frauen Baselland. - zVg

Im Abstimmungskampf zur Nachhaltigkeits-Initiative fällt auf, wie wenig die Gegner über die eigentliche Vorlage sprechen und wie viel Energie stattdessen auf das Schüren von Ängsten verwendet wird.

Wer die öffentliche Debatte aufmerksam verfolgt, stellt fest, dass immer neue Horrorszenarien konstruiert werden, welche mit dem tatsächlichen Inhalt der Initiative nur wenig zu tun haben.

So warnte Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter vor «Folgen für Grenzgänger und Touristen», obwohl die Initiative gar nicht auf diese Personengruppen abzielt.

Solche Schreckensbilder ersetzen jedoch keine ehrliche Diskussion über die Herausforderungen unseres Landes.

SVP Initiative
Am 14. Juni kommt die Volksinitiative der SVP mit dem Titel «Keine 10-Millionen-Schweiz» zur Abstimmung. - Keystone

Noch weiter ging Bundesrat Beat Jans, als er erklärte, das Universitätsspital Basel müsste bei einer Annahme der Initiative «von heute auf morgen schliessen». Eine derart dramatische Behauptung mag für Schlagzeilen taugen, sie hält einer sachlichen Betrachtung jedoch nicht stand.

Die Initiative verlangt weder einen sofortigen Zuwanderungsstopp noch die Schliessung der Grenzen. Sie sieht vielmehr einen schrittweisen Mechanismus vor, welcher Bund und Parlament verpflichtet, rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen, damit die Bevölkerungsentwicklung in einem für unser Land tragbaren Rahmen bleibt.

Kaum eine Region der Schweiz spürt die Folgen des starken Bevölkerungswachstums so unmittelbar wie die Region Basel.

Wer morgens auf den Strassen unterwegs ist, kennt die täglichen Staus. Wer regelmässig mit dem Zug pendelt, weiss, dass ein Sitzplatz längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Gleichzeitig verschwinden immer mehr Grünflächen, während die Suche nach bezahlbarem Wohnraum für viele Familien zur Herausforderung geworden ist.

Befürwortest du die 10-Millionen-Initiative?

Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet Politiker aus den beiden Basel diese Entwicklung kleinreden oder mit irreführenden Behauptungen von den eigentlichen Problemen ablenken.

Wer heute durch das Baselbiet fährt, erkennt an vielen Orten, wie stark sich unser Kanton verändert hat. Neue Überbauungen entstehen im Rekordtempo, während gleichzeitig der Druck auf Schulen, Verkehrswege und öffentliche Dienstleistungen stetig wächst.

Dass diese Entwicklung nicht unbegrenzt fortgesetzt werden kann, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Es geht also nicht darum, ob man für oder gegen Wachstum ist, sondern ob die Schweiz künftig selbst bestimmen will, in welchem Tempo das Wachstum stattfinden soll und welche Entwicklung für unser Land und unsere Region langfristig tragbar ist.

Wer diese Frage ehrlich beantwortet, wird feststellen, dass die Realität sich zwar lange beschönigen, aber nicht unbegrenzt wegdiskutieren lässt.

Zur Autorin

Sarah Regez (*1994) ist Präsidentin SVP Frauen Baselland.

Kommentare

User #1352 (nicht angemeldet)

In der Schweiz liegt die Geburtenrate bei nur 1,28, weshalb die Bevölkerung fast ausschliesslich durch Zuwanderung wächst. Früher zahlten vier oder mehr Berufstätige für eine AHV-Rente, während es heute nur noch 2,8 Personen sind. Dieses System führt zu grossen Lasten in der Zukunft, denn auch die zwei Millionen Menschen, die seit dem Jahr 2000 zugewandert sind, werden älter. Um deren Renten zu sichern, braucht es im selben Verhältnis sechs Millionen neue Beitragszahler, für diese später 18 Millionen, danach 54 Millionen und so weiter. Das passiert zwar zeitlich versetzt, aber das Grundverhältnis von rund drei zu eins bleibt immer gleich. Im Bundeshaus wird zwar über die Finanzierung der 13. AHV gestritten, doch eine Debatte über dieses endlose Wachstum fehlt. Das Umlagesystem der AHV lässt sich auf Dauer nicht allein durch immer mehr Menschen retten. Zudem benötigt jeder Mensch Wohnraum und Infrastruktur, sodass wir mittlerweile fast nur noch für die Zuwanderung bauen. Das wirft die Frage auf, wie wir so ein Netto-Null-Ziel beim ökologischen Fussabdruck, der grauen Energie, dem Landverbrauch und dem CO2-Ausstoss erreichen wollen. Ausserdem braucht es für all diese Menschen auch mehr Gesundheitsversorgung, Dienstleister, Lehrkräfte, Müllmänner und Verwaltung.

User #1766 (nicht angemeldet)

Bei der AHV zeigt sich gemäss Berichten ein klares Bild: Die AHV profitiert von der Zuwanderung. Die konkrete Aussage wird in einem Bericht der Industrie- und Handelskammer St. Gallen genannt, die sich auf Zahlen des Bundesamts für Sozialversicherungen stützt. Demnach zahlt jener Teil der Wohnbevölkerung ohne Schweizer Pass 33 Prozent der AHV/IV-Beiträge (also einen Drittel) ein und bezieht 18.3 Prozent der Leistungen (etwa einen Fünftel).

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