Anwalt: Whelan verzichtet auf Einspruch gegen Spionage-Urteil

Der in Russland wegen Spionage zu 16 Jahren Straflager verurteilte US-Bürger Paul Whelan verzichtet auf Einspruch gegen das Urteil. Er glaube nicht an die russische Justiz und lege deshalb keine Berufung ein, sagte sein Anwalt Wladimir Scherebenkow am Dienstag der Agentur Interfax.

Wegen Spionage für die USA hat ein Gericht in Moskau den seit fast eineinhalb Jahren inhaftierten US-Bürger Paul Whelan zu 16 Jahren Straflager verurteilt. Foto: Sofia Sandurskaya/Moscow News Agency/AP/dpa - sda - Keystone/Moscow News Agency/AP/Sofia Sandurskaya

Das Wichtigste in Kürze

  • «Er hofft, dass er in naher Zukunft gegen in den USA verurteilte Russen ausgetauscht wird», so Scherebenkow weiter.

Wie Interfax unter Verweis auf eine nicht näher genannte Quelle meldete, verhandeln Moskau und Washington, Whelan gegen die Russen Viktor But und Konstantin Jaroschenko auszutauschen. Sie sitzen in US-Gefängnissen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dazu, der Kreml befasse sich nicht mit dem Austausch ausländischer Staatsbürger, das sei Aufgabe anderer Gremien.

Whelans Anwalt zufolge wird das Urteil am Freitag rechtskräftig. Der 50-Jährige, der mehrere Staatsbürgerschaften hat, war vor gut einer Woche zu der Haftstrafe verurteilt worden, weil er in Russland geheime Informationen auf einem Datenträger entgegengenommen haben soll. Whelan kritisierte das Verfahren als politische Inszenierung.

Ob er ein Gnadengesuch an Kremlchef Wladimir Putin richten werde, stehe noch nicht fest, sagte sein Anwalt. Das werde nach Gesprächen mit den Botschaften der USA, Grossbritanniens, Irlands, und Kanadas entschieden. Whelan hat Pässe für diese Länder.