Ärztinnen und Ärzte holen vermehrt Hilfe bei Stress und Burn-out

Wie ein Bericht des Unterstützungsnetzwerks RedMed zeigt, fragen immer mehr Ärztinnen und Ärzte um Hilfe bei Burn-Outs, Angst oder Depressionen an.

Eine Operation. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Ärztinnen und Ärzte fragen in Krisensituationen um Hilfe an.
  • Dies zeigt ein Bericht des Unterstützungsnetzwerks RedMed.

Bei Burn-out, Angst oder Depression haben 2022 beim Unterstützungsnetzwerk RedMed für Ärztinnen und Ärzte in Krisensituationen über 250 Personen um Hilfe angefragt. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 33 Prozent, wie dem neuesten RedMed-Jahresbericht zu entnehmen ist.

Das seien so viele Hilfsanfragen wie noch nie gewesen, heisst es im Jahresbericht, der in der neuesten Ausgabe der Ärztezeitung veröffentlicht wurde. Wie im Vorjahr sei die Problematik «Belastung am Arbeitsplatz» der meistgenannte Grund für die Kontaktaufnahme gewesen, dicht gefolgt von Depression, Burn-out und Angst.

Frauen suchen schneller Hilfe

169 Anfragen kamen aus der Deutschschweiz, 81 aus der Romandie und 3 aus der italienischen Schweiz. Auffallend ist, dass sich mehr als doppelt so viele Frauen an ReMed gewendet haben als Männer. Lag das Durchschnittsalter der Ratsuchenden vor acht Jahren noch bei 45 Jahren ist es inzwischen auf 40 Jahre gesunken.

Ärzte und Pflegende auf der Intensivstation des Stadtspitals Zürich. (Symbolbild) - Keystone

ReMed fängt nach eigenen Angaben Ärztinnen und Ärzte in kritischen Momenten rechtzeitig auf und begleitet sie auf dem Weg aus der Krise. Bei Kontaktaufnahme meldet sich ein erfahrener Arzt des Beraterteams innerhalb von 72 Stunden und bespricht die persönliche Situation.

Das Team von ReMed hat nach eigenen Angaben in den letzten zwölf Jahren rund 1500 Ärztinnen und Ärzte im Rahmen ihrer Unterstützungsleistungen beraten, begleitet und unterstützt.