Ordnet Vontobel Raiffeisen zunehmend unter?
Kürzlich hat die Schweizer Grossbank eine neue App lanciert – auf Basis eines Vontobel-Produkts. Hat Vontobel Raiffeisen im Griff?
Das Wichtigste in Kürze
- Offenbar lässt sich Raffeisen von der Vontobel knebeln.
- Grund dafür dürften die Geschäfte des umstrittenen Ex-Bankers Pierin Vincenz sein.
Nach dem Wechsel eines Anlagechefs von Vontobel zu Raiffeisen ändert sich so einiges bei der Grossbank. Beide Unternehmen lancieren ein elektronisches Banking-System – dasjenige von Raiffeisen basiert auf dem der Vontobel und erscheint später.
Das Raiffeisenprodukt «Robo-Advisor», das auf Grundlage von Vontobels «Volt» entwickelt wird, ist für Kleinkunden gedacht.
Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, sind die Angebote der beiden Finanzhäuser vergleichsweise teuer. Das schlussfolgert das Blatt unter Berufung auf Experten- und Professorenmeinungen.
Warum Vontobel Raiffeisen knebelt
Das Vontobel-Produkt ist kein Publikumsrenner. Es steht in der Kritik, weil es langsam und wenig automatisiert laufe. Was aber auffällt: Der Bankenriese Raiffeisen ordnet sich zunehmend der Familienbank Vontobel unter. Was steckt dahinter?
Wie das Portal «Inside Paradeplatz» schreibt, hat die Verbindung der Finanzhäuser ihren Ursprung im Regime von Pierin Vincenz. Der Ex-Banker erstattete Vontobel-Anteile und delegierte die Informatik teilweise an den kleineren Konkurrenten.
Als sich Vincenz später wegen suspekten Geschäften in den Schlagzeilen wiederfand, musste Nachfolger Patrik Gisel aufräumen. Das fragwürdige Erbe ging zu grossen Teilen an die Vontobel – dabei wurde offenbar eine enge Zusammenarbeit vereinbart.