Tod

Nepal-Flut: Deutsche Familie dank Planänderung vor Tod gerettet

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Nepal,

Nach der Sturzflut in Nepal werden weiterhin über 1400 Menschen, darunter zahlreiche Ausländer, vermisst. Die Bergungsarbeiten dauern an.

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Die Sturzflut in Nepal hat enorme Schäden angerichtet. - keystone

Am Mittwoch sorgte eine heftige Sturzflut im chinesisch-nepalesischen Grenzgebiet für massive Zerstörung: Ganze Dörfer wurden weggeschwemmt, Zugangsstrassen teils blockiert.

Bei dem Unglück sind mindestens 472 Menschen gestorben, über 1400 werden vermisst, darunter zahlreiche Touristen und Pilgerreisende.

Soll die Schweiz Nepal nach der Sturzflut helfen?

Zwei vermisste Schweizer konnten gemäss Angaben des EDA gerettet werden. Zu einer weiteren Schweizerin konnte noch kein Kontakt hergestellt werden.

Wegen des Schutts hat sich im Grenzgebiet ein weiterer See gebildet. Chinesische und nepalesische Behörden warnen vor einem Dammbruch, der zu einer weiteren Sturzflut führen könnte.

Die neusten Entwicklungen zur Sturzflut-Katastrophe findest du hier im Ticker.

Vierköpfige deutsche Familie gerettet

Eine vierköpfige deutsche Familie ist im Katastrophengebiet in Nepal gerettet worden. Sie sei zusammen mit anderen Geretteten per Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Was sie rettete, war eine Planänderung: «Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben», sagte der Vater. Ein Helikopter habe die Familie später auf die andere Seite des Flusses gebracht.

Am Mittag sprach die deutsche Regierung von einer «niedrigen zweistelligen Zahl deutscher Staatsangehöriger», die derzeit vermisst würden.

«Darüber hinaus möchte ich aber um Verständnis bitten, dass wir keine Angaben zu einzelnen Personen machen können», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Das Ministerium bemühe sich unter Hochdruck um Aufklärung.

Glückskette startet Sammlung für Flutopfer in Nepal

Die Glückskette hat nach der verheerenden Sturzflut in Nepal eine Spendenaktion gestartet. Rund 100'000 Menschen sind von den Folgen betroffen. Nach ersten Schätzungen benötigen mehr als 10'000 Haushalte unmittelbare Unterstützung.

Die Sammlung für die betroffene Bevölkerung wurde am Freitag lanciert, wie die Glückskette mitteilte.

Zahl der Toten nach Sturzflut in Nepal steigt über 500

Die Zahl der Toten in Nepal ist nach der Flutkatastrophe im Himalaya-Gebirge auf mehr als 500 gestiegen.

Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden neben den 538 Toten weiterhin 977 Menschen vermisst, darunter 517 Ausländer. 5 weitere Tote wurden in China geborgen.

Behörden warnen vor erneuter Überschwemmung

Entwarnung gibt es im Katastrophengebiet nach der Sturzflut vom Mittwoch weiterhin nicht. Im Gegenteil.

Wie die nepalesische Polizei am Freitag mitteilt, wurde wegen drohender neuer Überschwemmungen eine Warnung herausgegeben. Grund dafür ist Wasser, das aus einem See in Tibet austritt.

Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie die Bevölkerung wurden dazu aufgerufen, besonders wachsam zu bleiben und sich vorsorglich an sichere Orte zu begeben.

Dammbruch befürchtet – China unterbricht Rettungsarbeiten

Wegen einer drohenden Flut haben Chinas Rettungskräfte im Katastrophengebiet in Tibet ihre Rettungsarbeiten vorübergehend unterbrochen.

Dem chinesischen Staatsfernsehen zufolge entstand an einer Flussmündung stromaufwärts vom Grenzübergang Gyirong entlang eine «gefährliche Situation» an einem dort neu angestauten See.

Die Rettungsarbeiten vor Ort seien ausgesetzt worden, hiess es in dem Bericht weiter.

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Ein Polizist mit einem Spürhund begutachtet die Schäden nach den Sturzfluten in Devighat im Distrikt Nuwakot in Nepal. - keystone

Luftaufnahmen zeigten den See, der auf nepalesischem Gebiet liegen soll, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte.

Die chinesischen Behörden hatten bereits am Donnerstag vor der Lage dort gewarnt, weil darin weiter Millionen Kubikmeter an Wasser hineinfliessen könnten und er deshalb überlaufen und eine neue Sturzflut auslösen könnte.

In dem Gebiet werden obendrein weitere Regenfälle erwartet.

Regen erschwert Rettung nach Sturzflut

In dem von der Sturzflut getroffenen Katastrophengebiet an der Grenze zwischen China und Nepal müssen die Rettungskräfte in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen rechnen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, sind für die kommenden drei Tage häufige Niederschläge zu erwarten.

Nepal Sturzflut
Ein Fahrzeug ist am Donnerstag, dem 27. August 2026, nach Sturzfluten in Devighat im Distrikt Nuwakot in Nepal zu sehen. - keystone

Auch am Flughafen in Tingri, über den zuletzt viele Rettungskräfte und Hilfsgüter in die Nähe des Katastrophengebiets gebracht wurden, soll es demnach regnen. Die Region Tibet ist gerade in der noch bis September laufenden Monsunzeit Regenfälle gewohnt. Besonders starke Niederschläge könnten die Arbeit der Rettungskräfte erschweren.

Zahl der Todesopfer steigt nach Sturzflut auf 472

In Nepal ist die Zahl der Toten nach der Flutkatastrophe im Grenzgebiet zu China auf mindestens 469 gestiegen. Wie die nepalesische Polizei mitteilte, wurden zudem 1545 Menschen gerettet, darunter viele Verletzte.

Damit liegt die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in China und Nepal bei 472, nachdem die Volksrepublik bislang 3 Leichenfunde vermeldet hatte. Zudem gelten weiterhin mehr als 1400 Menschen als vermisst.

Nepal Sturzflut
Am Donnerstag, dem 27. August 2026, sind in Devighat im Distrikt Nuwakot in Nepal die Schäden nach Sturzfluten zu sehen. - keystone

«Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da wir derzeit noch kein klares Bild haben», sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur. Es könne noch Tage dauern, fügte er hinzu.

Laut Polizeiangaben wurden Dutzende Leichen noch nicht identifiziert, auch weil viele Körper von der gewaltigen Wucht der reissenden Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll völlig entstellt oder in Teile gerissen wurden.

Nepal lehnt ausländische Retter-Teams ab

Noch über 1300 Menschen werden nach der Sturzflut vermisst, mindestens die Hälfte davon stammt aus dem Ausland. Deswegen haben auch zahlreiche Länder, darunter die USA und Indien, angeboten, Retter-Teams zu entsenden. Doch Nepal lehnt ab.

Wie die «Kathmandu Post» schreibt, wird es mit den Erfahrungen nach dem Erdbeben von 2015 begründet. Die Regierung sagt, sie habe damals schlechte Erfahrungen gemacht.

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Nepal will die Sturzflut-Katastrophe mit den eigenen Rettungsteams und ohne ausländische Retter bewältigen. - keystone

Durch die ausländischen Retter-Teams sei es zu einem Wettbewerb und Koordinations-Schwierigkeiten gekommen. Deshalb wolle man die Lage dieses Mal mit den eigenen Teams bewältigen und damit der Empfehlung des Militärs folgen.

Dafür bittet die Regierung Nepals um Hilfsgüter und finanzielle Unterstützung. Denn nach den Bergungsarbeiten beginnt der Wiederaufbau, der sehr teuer werden dürfte.

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