US-Tourist segelt zu Urvolk – und bringt sie in Lebensgefahr

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Indien,

Ein US-Tourist besuchte die North Sentinel Island und wollte das Urvolk treffen. Als Gabe hinterliess er eine Cola-Dose. Dann wurde er festgenommen.

Insel
Luftaufnahme von North Sentinel Island. Sie ist 12 Kilometer lang und 10 Kilometer breit. - Wikimedia Commons

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein US-Tourist reiste zur verbotene North Sentinel Island.
  • Er wollte dort das Urvolk treffen und hinterliess eine Coladose als Gabe.
  • Eine Expertin bezeichnet die Aktion als «rücksichtslos und idiotisch».

Seit Jahrzehnten ist die North Sentinel Island vor Indien Sperrgebiet. Der dort vollkommen isoliert lebende Stamm der Sentinelesen hat mehrfach deutlich gemacht, keinen Kontakt zur Aussenwelt zu wollen. Dennoch hat erneut ein Tourist die Insel betreten, wie die «DailyMail» berichtet.

Mykhailo Viktorovych Polyakov ist ein US-Reiseinfluencer mit wenigen Followern. Seine letzten Videos zeigen, wie er Afghanistan besucht, dort mit Taliban-Mitgliedern spricht und mit deren Waffen spielt.

Am frühen Morgen des 29. März stach er mit einem aufblasbaren Ruderboot von Kurma Dera Beach in See. Gegen Mittag kam er gemäss dem Polizeibericht auf der isolierten Insel an und ging an den Strand. Dabei traf er keine Mitglieder des Urvolkes an, dafür hinterliess er eine Kokosnuss und eine Dose Cola als Gabe.

Anschliessend zog er sich wieder aufs Meer zurück, blieb jedoch in der Nähe der Insel. Mit Pfiffen versuchte er, die Aufmerksamkeit der Sentinelesen zu erhalten. Als er nach rund einer Stunde immer noch niemanden sah, kehrte er zurück zum Festland.

Dort fiel er Fischern auf, die die Polizei informierte. Diese befragte ihn und durchsuchte sein Boot. Sie fand neben einem Feldstecher auch eine GoPro-Kamera. Durch deren Auswertung flog der Reiseinfluencer auf.

«Rücksichtslos und idiotisch»

Polyakov musste sich vor einem Richter verantworten, der nächste Termin steht am Samstag an. Bereits im Oktober wollte der Tourist auf die gesperrte Insel reisen. Damals wurde er aber vom Personal des Hotels abgehalten.

Caroline Pearce von Survival International, einer Organisation für die Rechte von Eingeborenen, bezeichnet Polyakovs Reise als «rücksichtslos und idiotisch». Er habe nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das Leben des gesamten Stammes gefährdet. «Es ist gut bekannt, dass unkontaktierte Völker keine Immunität gegen gängige Krankheiten haben. Selbst eine Grippe könnte sie vollständig ausrotten.»

Warst du schon einmal in Indien?

Die Sentinelesen wollen keinen Kontakt zur Aussenwelt, Indien hat die Insel deshalb zum Sperrgebiet erklärt. 2018 versuchte ein US-Missionar, das Urvolk zu bekehren. Die ersten beiden Landungsversuche brach er ab, da er mit Pfeilen beschossen wurde. Beim dritten Mal wurde er von den Pfeilen getötet, seine am Strand vergrabene Leiche wurde nicht geborgen.

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Kommentare

User #3208 (nicht angemeldet)

Sollte er nicht seine Brüder in der UA unterstützen und ihnen beistehen?

User #7184 (nicht angemeldet)

Eine Coladose??????? Oh Gott. Na das ist mehr als beleidigend.

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