Deutsche Polizei prüft in Amberg Berichte über rechte Bürgerwehr
Im bayerischen Amberg wurden am letzten Wochenende Passanten von Asylbewerber verprügelt. Eine Bürgerwehr sorgt nun für Aufregung.

Das Wichtigste in Kürze
- In Amberg soll die rechts nationale NPD eine rechte Bürgerwehr installiert haben.
- Bei den Behörden herrscht Unklarheit, ob diese wirklich existiert oder nicht.
Nach der mutmasslichen Prügelattacke von vier Flüchtlingen in Amberg (Bayern) prüft die deutsche Polizei Berichte über eine angebliche rechte Bürgerwehr.
Ein Sprecher sagte heute Donnerstag, entsprechende Auftritte in sozialen Medien seien bekannt. Hinweise auf Patrouillen, Demonstrationen oder dergleichen habe er nicht. Auch ein Sprecher der Stadt dementierte. «Es hat im Stadtbild nie eine solche Patrouille und auch keine rechte Bürgerwehr gegeben», sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Vier junge Asylbewerber sollen am Samstag in der ostbayerischen Stadt Passanten geschlagen und zwölf von ihnen verletzt haben – anscheinend wahllos. Am Sonntag waren nach Darstellung des Rathaussprechers dann vier Nürnberger NPD-Mitglieder mit dem Zug nach Amberg gekommen, einige Minuten in roten Westen durch die Stadt spaziert und dann wieder nach Nürnberg zurückgefahren.
Schaffung von Schutzzonen
Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) verwies auf Facebook-Posts der Nürnberger NPD. Fotos zeigen dort Menschen in roten Westen mit der Aufschrift «Wir schaffen Schutzzonen».
Der Deutschen Presse-Agentur sagte Cerny, er habe eine Mail erhalten: «Darin hiess es, sie wollen Späher nach Amberg schicken.» Über den Absender äusserte sich der Oberbürgermeister nicht. Die Mail habe er an die Polizei weitergeleitet.
Die vier jungen Asylbewerber sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungsbehörden werfen ihnen vor allem gefährliche Körperverletzung vor. Die jungen Männer aus Afghanistan und dem Iran lösten eine Debatte über Gewalt von Flüchtlingen und schärfere Abschieberegeln in Deutschland aus.