Gericht

Deutschland: Rentnerpaar schmuggelte 263 Kilo Koks auf Segeljacht

Simon Binz
Simon Binz

Deutschland,

In Deutschland steht ein Rentnerpaar vor Gericht: Es soll 263 Kilogramm Kokain im Wert von rund 15 Millionen Euro auf einer Segeljacht geschmuggelt haben.

Deutschland Rentnerpaar
Das deutsche Rentnerpaar wurde von schwer bewaffneten und vermummten SEK-Beamten zur Verhandlung in Rostock (D) gebracht (Symbolbild). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rentnerpaar aus Rostock (D) soll 263 Kilo Kokain nach Europa geschmuggelt haben.
  • Der Ehemann gesteht die Tat, belastet sich aber angeblich alleine dafür.
  • Er spricht von einer Affäre, Schulden bei einem Kartell und Rache-Angst.

Ein deutsches Rentnerpaar sitzt derzeit in Rostock vor Gericht – und der Fall sorgt laut «Bild» für ungewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen. Ein SEK-Team führte die beiden vermummt und schwer bewaffnet in den Saal, die Vorhänge blieben geschlossen, Fotos waren untersagt.

Grund für den Aufwand: Man fürchtet die Rache eines Drogenkartells. Laut Anklage hatten Rene M. (59) und seine Frau Monika Z. (67) im August 2025 rund 263,73 Kilogramm Kokain an Bord ihrer Segeljacht «Target», als sie vor Portugals Küste aufgebracht wurden.

Der Marktwert der Ladung wird auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt.

Hast du schon einmal Drogen konsumiert?

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Paar die Drogen nach Europa bringen sollte. Als Herkunft gilt ein südamerikanisches Kartell – eine Organisation, die Verluste bei ihren Kurieren offenbar nicht auf sich beruhen lässt. Für Rene M. wäre es zudem nicht der erste solche Zwischenfall.

Trotz Schutzweste im Gerichtssaal entschied sich der Rostocker Frührentner, als Erster auszusagen. Die Schmuggelfahrt räumt er ohne Umschweife ein, seine Frau will er komplett aus der Sache heraushalten: Sie habe von den Drogen nichts gewusst, die Verantwortung trage allein er.

Was folgt, ist eine Geschichte aus Schulden, Affäre und einem Segeltörn, der eskaliert.

Eine Affäre mit der Kolumbianerin Emily

Nach eigener Schilderung geriet M. über seinen sterbenden Vater in Kontakt mit einem Albaner, der ihm 20'000 Euro lieh – angeblich für eine Operation. Aus der Summe wurden später 60'000 Euro Forderung.

Da er das Geld nicht zurückzahlen konnte, habe man ihm stattdessen eine Fahrt für Auftraggeber aus der Türkei und Kolumbien vorgeschlagen, die M. selbst nur «das Netzwerk» nennt.

Segeljacht Kokain
An Bord der Segeljacht «Target» wurden 263,73 Kilogramm Kokain im Wert von rund 15 Millionen Euro entdeckt. - Foto: Polícia Judiciária

Parallel dazu zeichnet er vor Gericht das Bild einer zerrütteten Ehe. Bereits auf seiner ersten Fahrt nach Südamerika habe er eine Affäre mit der Kolumbianerin Emily begonnen. Aufgeflogen sei die Beziehung erst, weil er auf der Rückreise mit 75 Kilo Kokain in Seenot geriet, gerettet werden musste und die Ladung aus Angst über Bord warf.

Seine Frau Monika begann danach, kritische Fragen zu stellen. Seine Erklärung dazu vor Gericht: «Ich habe zwei Frauen gleichzeitig geliebt, nur dass Emily jünger und hübscher war. Das war ein Spagat.»

«Meine Frau ist unschuldig!»

Nach seinem Geständnis habe Monika ihm verziehen – allerdings unter einer Bedingung: Sie wollte beim nächsten Törn nach Kolumbien dabei sein, obwohl sie weder Segelerfahrung noch Vertrauen ins Wasser hatte. Um die Beziehung zu retten, willigte Rene ein.

Von der zweiten, deutlich grösseren Ladung will Monika laut ihrem Mann nichts gewusst haben. Immer wieder betont Rene M. im Gerichtssaal, seine Frau als «Schatz» ansprechend: «Meine Frau ist unschuldig!»

Koks Kokain Schmuggel
Die gepressten Drogen waren unter anderem unter einem Klappbett in der Kajüte versteckt. - Foto: Polícia Judiciária

Monika selbst äussert sich bislang nicht zur Sache, greift aber gelegentlich weinend oder korrigierend ein, wenn ihr Mann sich bei Zeitangaben irrt. Beide befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Bestätigt sich Monikas Unwissenheit, könnte sie freigesprochen werden. Rene M. dagegen drohen wegen eines «besonders schweren Falls des internationalen Drogenhandels» mehrere Jahre Gefängnis.

Kommentare

User #5516 (nicht angemeldet)

ich verstehe das. wir rentner bekommen so wenig dass wir auf andere einkommensquellen angewiesen sind.

User #2094 (nicht angemeldet)

Habt ihr du schon einmal Drogen konsumiert?

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