Der Kanton Tessin kämpft mit vollen Gefängnissen
Die Tessiner Gefängnisse stossen an ihre Kapazitätsgrenzen aufgrund zahlreicher Ermittlungen.

Die Gefängnisse im Tessin stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Grund sind laut dem Tessiner Gefängnisdirektor zahlreiche laufende Ermittlungen wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Diebstähle.
«Wir erleben erneut eine Phase der Überbelegung», erklärte der Leiter der Tessiner Gefängnisse Stefano Laffranchini am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Im Untersuchungsgefängnis La Farera befänden sich derzeit 84 Personen bei insgesamt 88 verfügbaren Plätzen, während die Vollzugsanstalt La Stampa vollständig belegt sei. Aus Kapazitätsgründen blieben Straftäter derzeit länger in den Zellen der Tessiner Kantonspolizei, sagte Laffranchini weiter. Dies sorge für kurzzeitige Entlastung der Gefängnisse.
Lösungsansätze und zukünftige Herausforderungen
Daneben sei geplant, in der Strafanstalt La Stampa einen Trakt in eine reine Frauenabteilung zu verwandeln. Dadurch werde auch das Gefängnis La Farera entlastet. Elf Plätze sollen dort für weibliche Häftling geschaffen werden, darunter auch eine Zelle für eine Mutter mit Kind.
Die Abteilung wird jedoch frühestens auf Anfang 2026 fertig. Daneben würden weitere «interne logistische Lösungen» zu einer Entlastung der beiden Gefängnisse beitragen, hielt Laffranchini fest. Bereits vor einem Jahr schlugen die Tessiner Gefängnisse Alarm. Damals stand sogar zur Debatte, Häftlinge in anderen Kantonen unterzubringen.
Für Laffranchini hängen die Schwierigkeiten in den Gefängnissen mit der peripheren Lage des Kantons zusammen: Drogenhandel, grenzüberschreitender Diebstahl und Probleme im Zusammenhang mit den Migrationsströmen seien «typische Merkmale» eines Transit- und Grenzkantons. Und diese führten zu vollen Gefängnissen.