Pilgerverein: Ärger über Fasnachtsgottesdienst in Kirche

Marie Augustin
Marie Augustin

Fricktal,

In den Aargauer Gemeinden Oeschgen und Frick ging es beim Fasnachtsgottesdienst heiter zu. Die Kirchen ziehen positive Bilanz – der Pilgerverein äussert Kritik.

Fasnachtsgottesdienst
In der Kirche Frick ging es laut dem Lourdespilgerverein beim Fasnachtgottesdienst zu lustig zu. - Youtube/Kath. Pfarreien Frick, Gipf-Oberfrick und Oeschgen

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Fasnachtsgottesdienst in Aargau wurde gesungen, geschmückt und verkleidet.
  • Die Besuchenden erschienen zahlreich und zeigten sich begeistert.
  • Der Lourdespilgerverein Fricktal findet den Fasnachtsgottesdienst ein Unding.

In Oeschgen AG und Frick AG zog die Fasnacht Ende Januar erneut in die Kirche ein: Beim Fasnachtsgottesdienst wurde auf geschmückten Bühnen gesungen, die Kostümierung fehlte auch bei den Geistlichen nicht.

Was dem Publikum gefiel, sorgte beim Lourdespilgerverein Fricktal für Empörung.

«Fasnachtsklänge gehören nicht in Kirchen», zitiert die «Aargauer Zeitung» die Schlussfolgerung aus der Generalversammlung des Vereins.

Die angeblich «extremen» Fasnachtsfeiern in den Kirchen Frick und Oeschgen werden scharf kritisiert. Derartige Veranstaltungen habe man in weltlichen Räumen abzuhalten und nicht in Gotteshäusern.

Beisitzer Stefan Treier äussert gar seine Befürchtung, dass ein Fasnachtstreiben reguläre Kirchenbesuchende abschrecke.

Pfarreiseelsorger Ulrich Feger betont, dass es sich um einen Gottesdienst mit positiven Rückmeldungen gehandelt habe. «Vielleicht war die Polonaise am Schluss der Stein des Anstosses», äussert er in der «Aargauer Zeitung» zur Kritik des Pilgervereins.

«Fasnacht ist auch für Kritik da»

Die Fasnacht sei laut Feger kein kirchliches Fest, gehöre aber zur Fastenzeit dazu. Ein Platz dafür, auch im Gottesdienst, sei also angemessen. «Fasnacht ist nicht nur zum Feiern, sondern auch für Kritik da, das passt auch gut zur Kirche», so Feger.

Zusammen mit seiner Kollegin Christina Kessler hat auch Feger den Gottesdienst für leichte Kritik genutzt: Gemeinsam sang das Duett selbstgeschriebene Texte zu bekannten ABBA-Melodien. Aus «Money, Money, Money» wurde so das abgabekritische Lied «Steuer, Steuer, Ungeheuer».

Findest du einen Fasnachtsgottesdienst in der Kirche in Ordnung?

Doch selbstverständlich fanden sich auch gottesfürchtige Lobgesänge unter den vorgetragenen Songs.

Bei den Besuchenden traf die Kreativität der beiden Seelsorgenden auf Begeisterung: Immer wieder gab es Applaus, berichtet die «Aargauer Zeitung».

Die Kirche sei dabei besser besucht gewesen als beim gewöhnlichen Gottesdienst.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4775 (nicht angemeldet)

Es geht ohne Gott in die Dunkelheit, aber mit ihm gehen wir ins Licht. Ihr könnt Gott leugnen, aber es gibt ihn wirklich. Ihr werdet es einst erfahren. Fasnacht hat nichts zu suchen in der Kirche. Die Menschen halten halt schon nichts mehr heilig, nicht einmal mehr die Kirchen. 😫

User #1078 (nicht angemeldet)

Der grösste Fasnachtsumzug findet täglich in Lourdes statt

Weiterlesen

Gemeinde
Handschellen
1 Interaktionen
Zürich
Luzerner Fasnacht
4 Interaktionen
«Im Bauch spüren»
Shopping
11 Interaktionen
Shopping

MEHR AUS FRICKTAL

Hermann-Keller-Strasse in Rheinfelden
Rheinfelden
Zurzach
Bad Zurzach
AKW
3 Interaktionen
Volksbewegung