Wiedlisbach BE: Schüler werden jetzt im Freien unterrichtet

    Aline Klötzli
    Aline Klötzli

    Thal-Gäu,

    Unterricht mal anders: Primarschüler in Wiedlisbach BE mussten ihr Schulhaus wegen Einsturzgefahr verlassen. Jetzt büffeln sie im Freien. Nicht immer einfach ...

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    Die Kinder der Primarschule Wiedlisbach BE äussern sich zum Unterricht draussen. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Primarschulhaus in Wiedlisbach BE wurde wegen Einsturzgefahr evakuiert.
    • Der Unterricht musste verlagert werden – teils nach draussen.
    • Für die Kinder ist das aber nicht einfach, sie werden schnell abgelenkt.

    Vor rund zwei Wochen hat sich der Schulalltag in Wiedlisbach BE schlagartig geändert. Von einem Tag auf den anderen durften die 170 Primarschülerinnen und Primarschüler nicht mehr in ihre Klassenzimmer. Warum? Das Schulhaus drohte einzustürzen!

    Der Unterricht musste ruckzuck in andere Gebäude verlagert werden. So lernen viele der Kinder nun in einer Mehrzweckhalle. Und einige Lehrpersonen weichen mit ihrer Klasse gar in die freie Natur aus. Darüber berichtet «SRF Schweiz aktuell».

    «Es windet die Blätter weg»

    Die Schüler fassen ihre Lernbücher und ihr Etui – dann gehts raus. Gebüffelt wird nun nicht mehr an Pulten, sondern an Festbänken unter freiem Himmel. Das ist nicht immer einfach.

    «Es windet hier die Blätter weg», klagt etwa ein Bub. Eine Schülerin meint zudem: «Ich finde es kompliziert, weil ich muss immer alle Sachen mittragen.»

    Andere hingegen finden den Tapetenwechsel gar nicht so schlecht. Ein Meitli freut sich: «Man hat ein bisschen mehr Spass, hab ich das Gefühl, weil man die Natur um sich hat.»

    Könnten Sie sich Unterricht im Freien vorstellen?

    Auch Klassenlehrerin Renate Glück sieht das Ganze positiv. Zwar hätten die Kinder draussen mehr Mühe, sich zu konzentrieren. Aber: «Es ist vom Sozialaspekt her ein Gewinn, ganz klar.»

    Zudem würden die Schüler auch lernen, wie sie mit Ablenkung umgehen. «Und sie sehen, was es draussen sonst noch alles zu entdecken gibt.»

    Im Herbst geht es für die Schüler in Container

    Beatrice Fischer, Schulleiterin in Wiedlisbach, ist ebenfalls optimistisch. Die Evakuierung habe auch Gutes bewirkt. «Es hat das Dorf, die Schule und die Menschen näher zusammengebracht», sagt sie.

    Doch auch wenn das Büffeln draussen Vorteile mit sich bringt – die Kinder vermissen ihr altes Schulhaus. Und das wird in naher Zukunft wohl auch so bleiben.

    Denn das Gebäude muss nun einer Kernsanierung unterzogen werden, damit es künftig beispielsweise auch vor Erdbeben gesichert ist. Das setzt eine exakte Planung voraus – und kann lange dauern.

    Die Schüler werden im Herbst daher erst einmal in Container umziehen. Immerhin: Noch vor der Evakuierung durften sich die Kinder von ihren Klassenzimmern verabschieden. «Tschüss Schulzimmer», kritzelten sie mit Stiften auf den Fussboden.

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