Mit neuen Ideen: Emmen will den Tourismus stärken
Emmen erwägt eine Kurtaxe und die Entwicklung eines Tourismuskonzepts, um die Bedeutung des Tourismus in der Region zu stärken und mehr Besucher anzuziehen.
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Wie die Gemeinde Emmen mitteilt, fordern Einwohnerratsmitglieder in zwei Vorstössen Massnahmen zur Stärkung des Tourismus in Emmen. Der Gemeinderat erkennt das Potenzial, zieht die Einführung einer Kurtaxe in Betracht und beabsichtigt, ein Tourismuskonzept in einen ganzheitlichen Kontext einzubetten.
Aktuell gibt es in Emmen drei Hotelbetriebe mit insgesamt 250 Zimmern und 342 Betten. Wer in diesen übernachtet, muss derzeit keine kommunale Tourismusabgabe entrichten. Das könnte sich bald ändern, denn die dynamische Entwicklung Emmens beeinflusst auch den Tourismus.
Die Zahl der Logiernächte steigt an – mit der Eröffnung des Zleep Hotels in Emmenbaum wird sich das Unterkunftsangebot weiter vergrössern. Die skandinavische Hotelkette will hier ab 2029 rund 140 neue Hotelzimmer anbieten.
Einführung einer Kurtaxe?
«Wir gehen davon aus, dass das neue Hotel eine höhere Vertriebsdynamik entwickeln wird als die bestehenden Betriebe», erklärt der Gemeinderat. Vor diesem Hintergrund fordert die Mitte-Fraktion die Einführung einer Kurtaxe. Der Gemeinderat steht dem Anliegen offen gegenüber: «Wir werden das Potenzial sowie die Auswirkungen einer Kurtaxe eingehend prüfen», schreibt die Exekutive.
Der Ertrag aus Kurtaxen muss gemäss dem Tourismusgesetz des Kantons Luzern für touristische Einrichtungen, Veranstaltungen und Dienstleistungen verwendet werden, die hauptsächlich den Gästen zugutekommen. Die Höhe einer solchen Abgabe variiert schweizweit zwischen 90 Rappen und 7 Franken pro Nacht.
Entwicklung eines Konzepts
Ein weiteres Postulat fordert die gezielte Förderung des Tourismus. Die geografische Lage Emmens nahe der Tourismusmetropole Luzern und die hervorragende Verkehrsanbindung berge vielversprechende Chancen, betont Christian Kravogel, Einwohnerrat der Grünliberalen.
Der Gemeinderat soll ein Konzept mit verschiedenen Varianten erarbeiten, um mittelfristig mehr Besucherinnen und Besucher anzuziehen. Kravogel zeigt auf, wie Luzerner Touristinnen und Touristen in drei Phasen für Emmen begeistert werden könnten und liefert eine Ideensammlung zur Belebung bestehender sowie zur Schaffung neuer Attraktionen.
«Der dynamische Wandel, insbesondere im urbanen Gebiet rund um den Seetalplatz, macht Emmen zunehmend zu einem attraktiven Zentrum für Wirtschaft, Kultur und Begegnung», weiss der Gemeinderat. Er unterstützt die Idee eines umfassenden Tourismuskonzepts: «Ein fundiertes Konzept soll als Entscheidungsgrundlage dienen, um gezielte Massnahmen zu entwickeln und effizient umzusetzen.»
Fokus auf Stärken: Seetalplatz und Naturgebiete im Blick
Besondere Bedeutung misst der Gemeinderat dabei der Nutzung vorhandener Stärken bei, darunter die urbane Entwicklung am Seetalplatz sowie die vielfältigen Natur- und Erholungsgebiete.
Auch Anreize für Hotelketten im mittleren und unteren Preissegment, wie im Postulat gefordert, sind Teil der Überlegungen. Eine erste Grobschätzung veranschlagt die Kosten für die Konzeptentwicklung auf 40'000 bis 110'000 Franken.
Tourismus als Teilbereich des Standortmarketings
Der Gemeinderat betont: «Die Tourismusförderung darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss Teil der gesamten Standortentwicklung sein.» Deshalb ist vorerst weder die Schaffung eines eigenständigen Bereichs für Tourismusförderung noch eines separaten Förderkomitees vorgesehen.
Erst auf Basis des Konzeptes könne über den gezielten Einsatz personeller Ressourcen entschieden und geprüft werden, ob die bestehende Wirtschaftskommission um eine Tourismuskomponente erweitert werden kann und soll.
Die Gemeinde Emmen verfolgt einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz zur Stärkung ihrer Attraktivität als Wirtschafts- und Lebensstandort. «Wir setzen auch im Tourismus auf strategische Planung und fundierte Analysen, um Emmen gezielt und ressourcenschonend weiterzuentwickeln», fasst der Gemeinderat zusammen.
Am 18. März 2025 entscheiden die Parlamentsmitglieder, ob sie die beiden Postulate oder Teile davon an den Gemeinderat überweisen.