Nidwalden

Nidwalden: Solaranlagen-Nachfrage übersteigt Erwartungen

Wie der Kanton Bern meldet, wird in einem politischen Vorstoss angeregt, Hauseigentümer beim Einbau von Photovoltaik-Anlagen finanziell zu unterstützen.

Kantonsgericht Nidwalden Stans.
Kantonsgericht Nidwalden Stans. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

In einer Interpellation fragt Landrat Alexander Huser, Ennetbürgen, welche gesetzlichen Anpassungen in Nidwalden erforderlich sind, um eine Solaroffensive nach dem Public-Private-Partnership-Grundsatz umzusetzen.

Gemeint sind Kooperationen von öffentlicher Hand und Privaten, um möglichen Investitionshemmnissen bei Photovoltaik-Anlagen entgegenzuwirken.

So könnte der Staat zum Beispiel für potenzielle Investoren solcher Anlagen eine Absicherung von privaten Darlehen vornehmen, dies in Form von Bürgschaften zu niedrigen Zinsen.

Der Interpellant begründet seinen Vorstoss insbesondere damit, dass ein schneller Zubau von Photovoltaik in Siedlungsgebieten und auf bestehenden Infrastrukturen erforderlich ist, um den Anteil an erneuerbaren Energien merklich zu erhöhen.

Regierungsrat unterstützt den Ausbau, setzt aber keine Priorität

Der Regierungsrat unterstützt den Ausbau von Solarstrom, erachtet die vorgetragene Idee aber als nicht zielführend.

Die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen ist Sache der Privatwirtschaft.

«Für den Bau solcher Anlagen sind derzeit keine Finanzierungsprobleme oder offensichtliche Investitionshemmnisse bekannt», hält Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen fest und fügt an: «Stattdessen stösst die Kapazität des ausführenden Gewerbes an ihre Grenzen.»

Wartezeiten von ein bis zwei Jahren sind die Regel und einige Anbieter müssen auf die Erstellung von Offerten verzichten.

Beurteilung eines Public-Private-Partnership-Modells

Ferner beurteilt der Regierungsrat den Aufbau eines eigenen Public-Private-Partnership-Modells für einen Kanton in der Grösse von Nidwalden als wenig zweckmässig.

«Falls dies dennoch ein Bedarf sein sollte, müsste eine schweizweite Lösung angestrebt werden», führt Joe Christen weiter aus.

Eine Herausforderung stellt zudem die Netzinfrastruktur dar, die bei einem zunehmenden dezentralen Zubau von Stromproduktionsanlagen mehr und mehr an ihre Leistungsgrenzen stossen wird und massiv verstärkt werden müsste.

Dies gälte auch für übergeordnete Netzebenen.

Kanton geht von Kosten in Höhe von 100 bis 200 Millionen Franken aus

Ein präventiver Ausbau ist volkswirtschaftlich jedoch nicht sinnvoll.

Grobschätzungen gehen von Kosten im Bereich von 100 bis 200 Millionen Franken allein in Nidwalden aus. Diese Netzkosten würden allen Kunden weiter verrechnet.

Zusätzlich ist zu bedenken, dass die Stromnetze nicht auf die absolute Leistungsspitzen der Einspeisung – etwa an sonnigen Sommertagen – ausgelegt sind.

Um eine Überlastung zu verhindern, wird die Stromproduktion durch die Netzbetreiber technisch eingeschränkt.

Smart-Meter-System vereinfacht den Ablauf

Mit dem Smart-Meter-System wird es möglich sein, den Stromverbrauch bei den Bezügern optimal zu steuern und die Einspeisung zu begrenzen.

Die intelligenten Messsysteme sind Teil der Energiestrategie 2050.

Das Kantonale Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) startet in diesem Sommer gebietsweise mit der Smart-Meter-Umrüstung, die voraussichtlich bis Ende 2027 andauern wird.

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