Laufen den USA im Iran-Krieg die Raketen aus?
Die USA sollen im Iran-Krieg nahezu alle Präzisionsraketen verbraucht haben. Das Pentagon streitet die Berichte energisch ab.

Die Raketenbestände der USA schrumpfen im Iran-Krieg offenbar dramatisch. Wie die «Tagesschau» berichtet, sollen nahezu alle hochpräzisen Langstreckenraketen der Typen ATACMS und PrSM eingesetzt worden sein.
Das geht aus Angaben von internen Quellen hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Demnach haben die USA auch rund die Hälfte ihres weltweiten «Tomahawk»-Bestands seit Kriegsbeginn verschossen.
Die US-Denkfabrik CSIS hat zudem Schätzungen zu den Abwehrraketen veröffentlicht. Laut der «Tagesschau» sollen von ursprünglich rund 2300 «Patriot»-Raketen noch weniger als 830 verfügbar sein.
Teure Abwehr, knappe Vorräte
Auch bei den THAAD-Abfangraketen ist der Schwund erheblich: Der Bestand sei von ehemals 452 auf unter 278 Einheiten gefallen, berichtet die «Tagesschau». Das CSIS hatte damit eine frühere Analyse über die Folgen des Iran-Kriegs vertieft.
Laut dem «SRF»-Diplomatie-Korrespondenten Fredy Gsteiger lag allein am ersten Kriegstag der Verbrauch bei rund 800 Raketen. Das entspreche fast einer ganzen Jahresproduktion der USA.
Die Knappheit verändert bereits militärische Entscheidungen vor Ort, wie «T-Online» berichtet. US-Kommandeure verzichten inzwischen darauf, iranische Geschosse abzufangen, die auf unbewohnte Zonen von Stützpunkten zufliegen – aus Angst, Abfangraketen zu verschwenden.
Warnung aus dem Generalstab
Generalstabschef Dan Caine soll hinter verschlossenen Türen gewarnt haben, eine Wiederaufnahme Kampfhandlungen würde die Abfangraketen des Central Command gefährlich verknappen. Diese Einschätzung soll laut «T-Online» Trumps Entscheid beeinflusst haben, eine zuvor genehmigte Eskalation zurückzuhalten.
CSIS-Experte Tom Karako betont laut «SRF», die USA hätten grundsätzlich noch genug Vorräte, um den Krieg gegen Iran weiterzuführen. Er stellt aber die Frage, ob die Arsenale bei einem gleichzeitigen zweiten Konflikt – etwa in Ostasien – ausreichend wären.
Für das Auffüllen der Bestände brauche es Zeit. Laut der «Tagesschau» erhalten die USA derzeit monatlich nur rund 15 neue «Tomahawks» und 20 neue «Patriot»-Raketen.
USA: Energisches Dementi aus Washington
Die US-Regierung widerspricht den Berichten vehement, wie die «Tagesschau» berichtet.

Verteidigungsminister Pete Hegseth griff den Sender CNN auf X scharf an. Er bezeichnete die Berichterstattung über den Raketenmangel als «hassenswerte Fake-News».
Pentagon-Sprecher Sean Parnell bekräftigte laut «T-Online», die Streitkräfte seien «das mächtigste Militär der Welt». Und das US-Militär habe alles, was es brauche, um die Befehle des Präsidenten auszuführen.
















