Neue Technik durchleuchtet alte Gemälde besonders genau
Wie genau ist ein altes Gemälde aufgebaut? Für Kunsthistoriker oder auch Restauratoren ist diese Frage oft sehr wichtig. Forscher können sie nun mit einer speziellen Technologie präziser beantworten.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein neues Verfahren lässt die Herkunft alter Kunstwerke besser aufspüren.
- Dank einer sogenannten Terahertz-Spektroskopie und einer speziellen mathematischen Methode kann die Wechselwirkung von Materien untersucht werden.
- Forschern zufolge lasse sich so der Schichtaufbau eines Gemäldes bestimmen, was auch Auskunft über die Echtheit geben soll.
Mit einem neuen, schonenden Verfahren lassen sich noch dünnste
Pigmentschichten auf alten Gemälden identifizieren. Das könnte beispielsweise
dabei helfen, Werke auf ihre Echtheit zu überprüfen, schreibt eine Gruppe um
David Citrin vom Georgia Institute of Technology in Atlanta (Georgia, USA)
im Fachblatt «Scientific Reports».
Mit
einer Kombination von sogenannter Terahertz-Spektroskopie und einer speziellen
mathematischen Methode konnten die Forscher den Schichtaufbau eines Gemäldes
aus dem 17. Jahrhundert bestimmen. «Bilder, die vor dem 18. Jahrhundert gemalt wurden, waren bisher schwierig zu untersuchen, weil ihre Farbschichten dazu neigen, dünn zu sein», wird Citrin in einer Mitteilung seines Instituts zitiert.
Terahertz-Strahlung
kommt beispielsweise bei Körperscannern zum Einsatz, weil sie im Unterschied
zur Röntgenstrahlung gefahrlos für biologische und medizinische Zwecke
eingesetzt werden kann. Auch eine zerstörungsfreie Werkstoffprüfung oder eben
Gemäldeanalyse ist damit möglich. Für andere bildgebende Verfahren, von der
Elektronenmikroskopie bis zur Infrarotspektroskopie, müssen in der Regel dem
Untersuchungsgegenstand kleine Proben entnommen werden.
Der Terahertz-Scanner gibt extrem kurze Lichtimpulse ab, die noch kürzeren Reflexionen werden registriert. Dabei können Verzögerungen in der Laufzeit des Lichts von wenigen Picosekunden (billionstel Sekunden) unterschieden werden. Die Reflexionen ereignen sich an jeder Grenzfläche im Gemälde, so dass die Schichten in der Bildgebung sichtbar werden. «Damit können wir Informationen erhalten, die Kunsthistoriker bisher nicht hatten, und wir können Informationen bereitstellen, die für die Erhaltung und Restaurierung dieser alten Gemälde hilfreich sein können», sagt Koautor Alexandre Locquet.