5 Gründe für die Müdigkeit vor Ihrer Periode

Yves Kilchenmann
Yves Kilchenmann

Müde, erschöpft und ausgelaugt: Klingt das bekannt? Wenn Sie sich in den Tagen vor Ihrer Menstruation immer wieder so fühlen, sind Sie nicht allein.

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Müde vor der Periode? Dafür gibt es viele Ursachen. - Depositphotos

Fühlen Sie sich kurz vor Ihrer Periode wie ein ausgelaugter Schwamm? Schleppen Sie sich müde durch den Tag und sehnen sich nach Ihrem Bett?

Viele Frauen kennen es nur zu gut: In den Tagen bevor die monatliche Blutung einsetzt, fällt ihnen plötzlich alles schwerer. Die Energie scheint wie weggeblasen und selbst kleinste Aufgaben werden zur Herausforderung.

Doch woran liegt das eigentlich?

1. Hormone im freien Fall – der Hauptgrund für unsere Schlappheit

Eine wesentliche Ursache für die Müdigkeit sind hormonelle Schwankungen: In der zweiten Zyklushälfte steigt der weibliche Progesteronspiegel an.

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Kurz vor der Periode drehen unsere Hormone durch. - Depositphotos

Das Hormon wirkt beruhigend und macht schläfrig. Kurz vor der Menstruation sinkt der Progesteronspiegel dann wieder ab, was zu weiteren Energieeinbrüchen führen kann.

2. Glückshormone? Fehlanzeige

Der Rückgang von Östrogen und Progesteron in der Gelbkörperphase führt zu einer Abnahme des Glückshormons Serotonin. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der unsere Stimmung und Energie reguliert.

Ein niedriger Serotoninspiegel kann zu Müdigkeit, Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen beitragen.

Diese hormonellen Veränderungen beeinflussen das zentrale Nervensystem und verstärken das Gefühl der Erschöpfung. Der Körper schaltet in eine Art Ruhemodus, den wir als Müdigkeit wahrnehmen.

3. Die Lust auf Süsses und raffinierte Kohlenhydrate

Auch unsere Ernährung spielt eine Rolle. Viele Frauen haben vor ihrer Periode Heisshunger auf bestimmte Lebensmittel – speziell solche mit hohem Zucker- oder Kohlenhydratgehalt.

Aber Vorsicht: Zu viele raffinierte Kohlenhydrate können unseren Blutzuckerspiegel spürbar beeinflussen. Nach einem kurzen Energieschub folgt schnell ein Leistungstief, das die Müdigkeit nur noch verstärkt.

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Kuchen, Cupcakes und Co schmecken vor der Periode besonders gut. Das liegt auch an den Hormonen. - Depositphotos

Allerdings: Studien zeigen, dass Frauen in der Lutealphase täglich etwa 168 zusätzliche Kalorien zu sich nehmen. Der Körper benötigt diese zusätzliche Energie möglicherweise tatsächlich, um sich auf die Periode vorzubereiten.

4. Müde durch Krankheit: Nicht immer ist PMS schuld

In einigen Fällen könnte die extreme Müdigkeit vor der Periode aber auch auf eine zugrunde liegende Gesundheitsproblematik hindeuten. Eisenmangel oder Eisenmangelanämie beeinträchtigt den Sauerstofftransport im Körper und verstärkt die Erschöpfung – insbesondere bei starken Blutungen.

Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kommt als Ursache für anhaltende Müdigkeit infrage. Bei dieser Erkrankung verlangsamt sich der Stoffwechsel aufgrund eines Mangels an Schilddrüsenhormonen.

Frauen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheumatoider Arthritis haben ein höheres Risiko für die Perioden-Fatigue.

5. PMDD: Wenn PMS zur Qual wird

Rund 5 Prozent aller menstruierenden Menschen leiden unter einer schweren Form des prämenstruellen Syndroms, der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDD). PMDD äussert sich durch intensive emotionale und körperliche Symptome, die in den zwei Wochen vor Beginn der Menstruation auftreten und den Alltag erheblich beeinträchtigen können.

PMDD-Symptome sind deutlich schwerwiegender als bei PMS und umfassen:

- Starke Stimmungsschwankungen, intensive Wut und Hoffnungslosigkeit

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PMMD kommt auch mit psychischen Symptomen daher. - Depositphotos

- Schwere Angstzustände und Depressionen

- Extreme Müdigkeit und körperliche Beschwerden wie Gelenkschmerzen

- Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen

Was Sie bei Müdigkeit vor der Periode tun können

Regelmässige leichte körperliche Aktivität kann die Müdigkeit lindern. Spaziergänge oder Yoga fördern die Durchblutung und setzen Endorphine frei, die das Energielevel steigern.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen hilft, das Energielevel zu stabilisieren. Besonders wichtig sind eisenreiche Lebensmittel sowie Magnesium und B-Vitamine.

Trinken Sie auch genug, um Müdigkeit entgegenzuwirken. Dehydration kann Erschöpfung verstärken, daher sollte vor der Periode besonders auf eine gute Versorgung mit Flüssigkeit geachtet werden.

Schlafhygiene und Stressreduktion

Schlafen Sie regelmässig und gönnen Sie sich sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Gute Schlafgewohnheiten sind besonders wichtig, um die Energie vor der Periode aufrechtzuerhalten.

Versuchen Sie einen Schlafrhythmus einzuhalten, mit regelmässigen Schlafenszeiten und einer entspannenden Abendroutine. Ein dunkles, kühles Schlafzimmer und der Verzicht auf elektronische Geräte vor dem Schlafengehen fördern erholsamen Schlaf.

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Ob Yoga, Lesen oder ein Bad: Gönnen Sie sich etwas Gutes. - Depositphotos

Auch eine Stressreduktion durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen kann PMS-Symptome lindern. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen zum Beispiel ein warmes Bad, um den Alltag hinter sich zu lassen.

Nahrungsergänzungsmittel und ärztliche Hilfe

Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Vitamin B6 tragen in manchen Fällen ebenfalls dazu bei, Müdigkeit zu lindern. Halten Sie vor der Einnahme jedoch Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Ebenfalls sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn die Müdigkeit bleibt oder auffällig stark ist und Ihren Alltag beeinträchtigt. Eine medizinische Abklärung hilft, die Ursachen zu identifizieren und individuelle Lösungen zu finden.

In einigen Fällen können Medikamente wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder die Antibabypille zur Linderung der Symptome beitragen.

Kommentare

User #1843 (nicht angemeldet)

Der Körper braucht in dieser Zeit Ruhe und Rückzug!! Die heutige Generation braucht nur noch äussere Einflüsse!!

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