Vorhofflimmern vs. Vorhofflattern – die Unterschiede
Vorhofflimmern und -flattern bringen den Rhythmus unseres Herzens durcheinander. Doch was sind eigentlich die Unterschiede zwischen den beiden Erkrankungen?

Während wir unsere täglichen Aufgaben erledigen, schlägt unser Herz still und leise im Hintergrund. Doch was passiert, wenn dieses ruhige Klopfen plötzlich zu einem wilden Trommelwirbel wird?
Zwei Zustände können dafür verantwortlich sein: das Vorhofflimmern und das Vorhofflattern.
Vorhofflimmern vs. Vorhofflattern: Ein unsichtbarer Krieg im Herzen
Sowohl bei dem Phänomen des Flimmerns als auch beim Flattern handelt es sich um Rhythmusstörungen des Herzens. Diese sind durch eine übermässig schnelle Aktivität der oberen Herzkammern – der sogenannten Atrien – gekennzeichnet.

Beim Vorhofflattern schlagen diese in einer regelmässigen, aber sehr hohen Frequenz von bis zu 300 Schlägen pro Minute. Im Gegensatz dazu ist beim Vorhofflimmern der Herzschlag nicht nur schnell, sondern auch unregelmässig.
Vorhofflimmern führt zu einer absoluten Arrhythmie der Kammeraktion, während beim Vorhofflattern die Kammeraktion in der Regel regelmässig ist. Bei beiden Erkrankungen kann die Herzfrequenz auf bis zu 140 bis 160 Schläge pro Minute ansteigen.
Gemeinsame Symptome: Das Dilemma der Diagnose
Beide Erkrankungen können zu einem schnellen Herzschlag, Luftnot und eingeschränkter Belastbarkeit führen. Patienten berichten häufig von Herzstolpern, Schwindel und einem Gefühl der inneren Unruhe.
Die Symptome hängen stark von der Herzfrequenz ab und können von Person zu Person variieren. Einige Betroffene spüren kaum Beschwerden: Die Erkrankungen werden dann meist im Rahmen von Routineuntersuchungen entdeckt.
Bei beiden Erkrankungen können Brustschmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust auftreten. Die Ähnlichkeit der Symptome macht eine genaue Unterscheidung zwischen Vorhofflimmern und Vorhofflattern oft schwierig und erfordert weitere diagnostische Massnahmen
Die feinen Unterschiede: Genetik und Risikofaktoren
Trotz der offensichtlichen Gemeinsamkeiten gibt es einige wichtige Unterscheidungen zwischen Vorhofflattern und -flimmern. Eine davon ist die genetische Komponente.

Während das Flattern nicht erblich bedingt ist, kann das Flimmern durch genetische Mutationen ausgelöst werden, die das elektrische System des Herzens beeinflussen. Zudem unterscheiden sich auch die Risikofaktoren beider Zustände voneinander:
So erhöht ein höheres Alter oder Diabetes das Risiko für beide Zustände. Bestimmte Faktoren wie eine familiäre Vorgeschichte von Vorhofflimmern oder Sportlichkeit spielen hingegen nur beim Flimmern eine Rolle.
Erste Anzeichen: Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Sollten Symptome wie Herzklopfen, Atemnot oder Brustschmerzen auftreten, ist es ratsam, so schnell wie möglich einen Mediziner zu konsultieren. Auch Kurzatmigkeit, Schwächegefühl, Schwindel oder Brustschmerzen können auf Vorhofflimmern oder -flattern hindeuten und erfordern ärztliche Abklärung.
Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn diese Symptome plötzlich auftreten oder sich verstärken. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine effektive Behandlung und kann Komplikationen wie Schlaganfällen vorbeugen.

Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere für Risikopatienten mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen, sind ebenfalls empfehlenswert.
Wie werden Flimmern und Flattern diagnostiziert?
Vorhofflimmern und Vorhofflattern werden hauptsächlich durch ein Elektrokardiogramm (EKG) diagnostiziert. Das EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und zeigt charakteristische Muster für beide Störungen.
Bei Verdacht auf intermittierende Episoden kann Ihr Kardiologe ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger durchführen. So werden vorübergehende Rhythmusstörungen erfasst, die bei einem kurzen EKG möglicherweise nicht sichtbar sind.

Zusätzlich wird meist ein Echokardiogramm (Ultraschall des Herzens) eingesetzt, um die Herzstruktur und -funktion zu untersuchen. In manchen Fällen ist eine elektrophysiologische Untersuchung nötig, um die genaue Ursache der Rhythmusstörung zu lokalisieren.
Gemeinsame Gefahren und Behandlungsansätze
Sowohl Vorhofflimmern als auch -flattern erhöhen signifikant das Schlaganfallrisiko. Daher werden oft blutverdünnende Medikamente notwendig, um Blutgerinnsel zu verhindern und somit das Schlaganfallrisiko zu reduzieren.
Zur Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus kann eine elektrische Kardioversion angewendet werden. Die Katheterablation zeigt bei Vorhofflattern eine hohe Erfolgsrate von 90 bis 95 Prozent und gilt als Therapie der ersten Wahl.
Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird störendes Herzgewebe durch Hitze oder Kälte verödet, um Herzrhythmusstörungen zu behandeln. Bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern unterbricht die Katheterablation die fehlerhaften elektrischen Signale, was den normalen Herzrhythmus wiederherstellt und die Beschwerden lindert.
Ein gesundes Herz – die besten Tipps
Senken Sie Ihr Risiko für Vorhofflimmern und -flattern, indem Sie auf Ihren Blutdruck achten und Übergewicht vermeiden. Kontrollieren Sie regelmässig Ihre Herzgesundheit und behandeln Sie bestehende Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme konsequent.

Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum deutlich oder ganz, da bereits geringe Mengen das Risiko für Vorhofflimmern und -flattern erhöhen können. Achten Sie auch auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und verarbeiteten Lebensmitteln, um Ihr Herz zu schützen.
Treiben Sie regelmässig moderaten Ausdauersport, aber vermeiden Sie extreme Belastungen, die kontraproduktiv sein können. Bauen Sie Stress ab und sorgen Sie für ausreichend Schlaf, um Ihr Herz-Kreislauf-System zu entlasten und Vorhofflimmern vorzubeugen.