«Eden»: Survival-Thriller mit Star-Cast enttäuscht
Eden» startet heute in den Deutschschweizer Kinos. Trotz Jude Law, Vanessa Kirby und Ana de Armas überzeugt der Survival-Thriller von Ron Howard nicht ganz.

Der neue Thriller «Eden» inszeniert die wahre «Galápagos-Affäre» der 1930er-Jahre als düsteres Psychodrama. Trotz hochkarätiger Besetzung bleibt der Thriller hinter den Erwartungen zurück, wie «Stern» und «FAZ» berichten.
Darum geht's in «Eden»
«Eden» erzählt die Geschichte deutscher Aussteiger in den 1920er- und 1930er-Jahren. Sie beginnen auf der unbewohnten Galápagos-Insel Floreana ein neues Leben fernab gesellschaftlicher Konventionen.

Im Mittelpunkt stehen der Zahnarzt Friedrich Ritter (Jude Law) und seine Lebensgefährtin Dore Strauch (Vanessa Kirby). Sie erarbeiten gemeinsam ein philosophisches Manifest und wollen Doras Multiple Sklerose durch alternative Methoden bekämpfen.
Das scheinbare Paradies gerät ins Wanken, als das Ehepaar Wittmer (Daniel Brühl und Sydney Sweeney) auftaucht und sich erfolgreich ansiedelt. Auch die selbsternannte Baronin Eloise Wehrborn de Wagner-Bosquet (Ana de Armas) trifft ein und will ein Luxushotel errichten.
Historische Vorlage als filmisches Paradox
Der Survival-Thriller von Ron Howard kombiniert philosophische Ansprüche mit der brutalen Realität eines Lebens abseits der Zivilisation. Unterstützt wird dies von Filmmusik Hans Zimmers.
Die «FAZ» betont die Diskrepanz zwischen der traumhaften Kulisse und der bedrohlichen Atmosphäre. Diese erzeugt Howard durch Naturaufnahmen und menschliche Abgründe.
Hightlights und Kritik
Ana de Armas sticht als manipulierte Baronesse hervor, wird aber teils als überzeichnete Niedertracht kritisiert. Jude Laws nackte Philosophie-Experimente und Daniel Brühls Porträt des konfliktreichen Heinz Wittmer bieten laut «FAZ» «starke Leistungen».

Der «Stern» kritisiert hingegen den «wechselhaften Erzählrhythmus». Die zweite Hälfte verliere an Tempo, obwohl die «Galápagos-Affäre» mit ungeklärten Todesfällen und Machtkämpfen Google-Recherchen provoziere.
Felix Kammerer («Im Westen nichts Neues») ergänzt das Ensemble als weiterer Aussteiger, bleibt aber unterfordert.
Zu wenig historische Auseinandersetzung
Während «Eden» für seine packende Atmosphäre und herausragende Besetzung gelobt wird, leidet er unter narrativer Unentschlossenheit. Einige feiern ihn als «fesselnde Kinostunden» (NDR), andere monieren eine «plakative Zivilisationsparabel» (Kurier).
«Eden» schwankt zu sehr zwischen True Crime, Historiendrama und Zivilisationsparabel, was zu einem fragmentarischen Gesamteindruck führt. Zudem bleibt die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Zwischenkriegszeit vage.