Richter verschiebt Entscheidung zu New Yorks Bürgermeister
Der Entscheid über eine Anklage gegen New Yorks Bürgermeister wurde verschoben. Ihm wird Korruption vorgeworfen, Trump nimmt ihn aber teils in Schutz.

Ein Gericht hat die Entscheidung über eine Anklage gegen den New Yorker Bürgermeister Eric Adams wegen Korruption aufgeschoben. Richter Dale Ho urteilte in der US-Ostküstenmetropole übereinstimmenden Medienberichten zufolge, dass ein externer Jurist in dem aufsehenerregenden Fall zunächst unabhängige Argumente vorbringen solle – Paul Clement ist der «New York Times» zufolge konservativ und war hochrangiger Angestellter unter Präsident George W. Bush. Ho stellte eine weitere Anhörung am Mitte März in Aussicht.
Adams näherte sich Trump an
Hintergrund sind schwere Vorwürfe gegen Adams. Er war vergangenes Jahr als erstes Oberhaupt der grössten amerikanischen Stadt auf Bundesebene unter anderem wegen Bestechlichkeit angeklagt worden. Nach der Wahl von Donald Trump als neuen US-Präsidenten näherte sich Adams diesem an, lobte Trump immer wieder öffentlich, flog zum Besuch nach Florida und ging sogar in eine der liebsten TV-Sendungen des neuen Präsidenten. Dort kündigte er seine Unterstützung bei den vom Weissen Haus verfolgten Massenabschiebungen an.
Als Trumps Justizministerium beantragte, die Anklage gegen Adams fallenzulassen, dabei aber die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Verfahrens explizit offen liess, sahen viele Beobachter darin den Versuch des Weissen Hauses, Adams für seine Zwecke einzuspannen und sogar erpressbar zu machen.
Die endgültige Entscheidung über eine Einstellung des Verfahrens fällt das Gericht. Normalerweise folgen die Richter bei einem einvernehmlichen Antrag der Anklage. In diesem Fall aber steht der Vorwurf von skandalösem Machtmissbrauch seitens Adams sowie der Bundesregierung im Raum, was Richter Ho in eine Sonderposition bringt.