HRW: Pakistan verstärkt Schikane gegen afghanische Flüchtlinge
Pakistan verschärft seine Abschiebepolitik gegenüber afghanischen Geflüchteten, warnt Human Rights Watch.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beklagt zunehmende Schikane gegenüber afghanischen Flüchtlingen in Pakistan. Behörden würden die Menschen mit Druck zu einer Rückkehr in das Nachbarland bewegen wollen, so die Organisation.
In Afghanistan würden jedoch Verfolgung durch die islamistischen Taliban und wirtschaftliche Not drohen. Pakistan weitet derzeit seine umstrittene Abschiebekampagne afghanischer Geflüchteter aus und hatte kürzlich angekündigt, dass bis Ende des Monats nun auch ein Teil der registrierten Flüchtlinge das Land verlassen müsse.
Die afghanische Botschaft in der Hauptstadt Islamabad hatte erst im Februar Festnahmen afghanischer Staatsbürger beklagt. Behörden hätten die Menschen dazu aufgefordert, Islamabad und das angrenzende Rawalpindi zu verlassen.
HRW fordert Schutz für Flüchtlinge
Eine vor den Taliban geflüchtete Afghanin schilderte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass sie von ihrem Vermieter aufgefordert worden sei, bis Ende des Monats ihr Haus zu räumen. «Die pakistanischen Behörden sollten sofort aufhören, Afghanen zur Rückkehr in ihre Heimat zu zwingen», forderte HRW-Asien-Direktorin Elaine Pearson.
Pakistan weist Berichte über Schikane zurück. Das Land habe über Jahrzehnte Millionen Flüchtlinge aufgenommen und peile nun eine «reibungslose Rückführung» an, so das Aussenministerium im vergangenen Monat.
Im November 2023 hatte Pakistan mit der Massenabschiebung unregistrierter afghanischer Flüchtlinge begonnen. Seitdem haben nach offiziellen Angaben mehr als 800'000 Afghanen das Land verlassen.