Israels Militär hat in dieser Woche eine erneute Offensive im Westjordanland gestartet. In der Stadt Dschenin soll es aktuell schwere Kämpfe geben.
Panzer Militär Westjordanland Dschenin
Israelisches Militär am Samstag in Dschenin. - Keystone

Israels grossangelegter Militäreinsatz in Dschenin im nördlichen Westjordanland dauert palästinensischen Angaben zufolge an. Palästinensische Medien berichteten von schweren Zusammenstössen zwischen israelischen Einsatzkräften und bewaffneten Palästinensern.

Bei einer Razzia im Osten der Stadt, die als Hochburg militanter Palästinenser gilt, seien etliche Menschen festgenommen worden, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa.

Spital ohne Wasserversorgung

Der Agentur zufolge hinderten israelische Soldaten Mitarbeiter des palästinensischen Zivilschutzes daran, Wasser in eine Klinik zu bringen. Das Wasser wird demnach unter anderem für Dialysen benötigt.

Der Leiter des betroffenen Krankenhauses warnte davor, dass der Dienst für nierenkranke Patienten eingestellt werden müsse, sollte weiterhin kein Wasser geliefert werden dürfen.

Laut Wafa sind durch den Militäreinsatz wichtige Wasserleitungen zur Versorgung der Klinik beschädigt worden. Mehrere Teile Dschenins sind demnach vom Wasser abgeschnitten. Mancherorts soll es zudem Stromausfälle geben.

Militäroffensive und Gewalt durch Siedler

Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Israels Militär teilte auf Anfrage mit, die Berichte zu prüfen.

Israel hatte am Mittwoch eine Militäraktion rund um Dschenin, Tulkarem und Tubas begonnen. Ein israelischer Armeesprecher begründete das Vorgehen mit der deutlich gestiegenen Anzahl von Anschlägen auf Israelis.

Ziel sei es, gegen Terrorzellen der islamistischen Hamas sowie des Islamischen Dschihad vorzugehen. Zugleich hat auch die Gewalt extremistischer israelischer Siedler im besetzten Westjordanland zugenommen.

Tote bei Schusswechseln und Luftangriffen

Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Beginn des grossangelegten Einsatzes bislang 20 militante Palästinenser bei Schusswechseln und Luftangriffen getötet. Dutzende Sprengsätze seien zerstört und zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden.

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Gaza-Kriegs nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 deutlich verschärft. Seitdem wurden bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Westjordanland mehr als 640 Palästinenser getötet.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

DschihadGewaltWasserRazziaHamasSchweizer ArmeeWestjordanland