Bürgermeister von Lörrach wehrt sich nach Wohnungs-Kündigungen
Die Umsiedlung von Mieter in Lörrach (D) um Platz für Geflüchtete zu machen, sorgt für grosse Empörung. Der Bürgermeister wehrt sich: «Das ist kein Skandal».
Das Wichtigste in Kürze
- Wegen heftiger öffentlicher Kritik hielt Lörrach (D) am Mittwoch eine Pressekonferenz ab.
- Die Stadt betonte, dass es sich bei der Umsiedlung nicht um einen Skandal handle.
- Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter sei gesorgt, sagte der Oberbürgermeister.
Ein Wohnkomplex in Lörrach (D) soll vor dem geplanten Abriss in wenigen Jahren als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. Rund 40 Mieterinnen und Mieter erhielten ein entsprechendes Schreiben mit dem Verweis, dass sie deshalb ausziehen sollen.
Diese Meldung wird seit einigen Tagen in diversen Zeitungen im gesamten deutschsprachigen Raum und in den sozialen Medien verbreitet. Die Folge: Ein regelrechter Shitstorm prasselte über die deutsche Stadt herab.
Lörrachs Oberbürgermeister und die Wohnbaugesellschaft Lörrach luden deshalb am Mittwoch zur Pressekonferenz. Jörg Lutz betonte laut «SRF»: «Wir bedauern ausserordentlich, dass der Brief so aus dem Zusammenhang gerissen wurde» und fügte an: «Wenn man die ganze Geschichte dazu kennt, muss man zugeben: Das hier ist kein Skandal.»
Wie der Lörracher Oberbürgermeister ausführte, habe die Wohnbau Lörrach schon in der Vergangenheit Personen wegen der Unterbringung von Geflüchteten umquartiert. Seit 2014 seien mehr als 1200 Geflüchtete in diversen Unterkünften in Lörrach platziert worden.
Doch der Platz sei knapp, deshalb die Entscheidung, den alten Wohnkomplex bis zum Abriss als Asylunterkunft zu nutzen. Lutz versicherte, dass für die Mieterinnen und Mieter gesorgt sei. Jeder betroffenen Person werde ein Mietangebot unterbreitet, «in jenem Quartier, wo er oder sie gern hinmöchte».
Oberbürgermeister von Lörrach verurteilt Shitstorm
Der Oberbürgermeister betonte an der PK laut «SRF» mehrfach, dass er nicht mit einer solch grossen Aufmerksamkeit gerechnet habe. Er verurteilte auch klar und deutlich die Bedrohungen und Beschimpfungen gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohnbaugesellschaft Lörrach.
Thomas Notstadt, der Geschäftsführer von «Wohnbau Lörrach», ebenfalls an der PK anwesend, fügte hinzu: «Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Moment erleben, vor allem in sozialen Medien, ist kaum auszuhalten.» Was in Lörrach aktuell passiere, stehe stellvertretend für die Debatte über Zuwanderung in Deutschland.