Gendern «verdummt» und «verwirrt» Kinder, sagt Ex-Lehrerpräsident

    Simon Binz
    Simon Binz

    Deutschland,

    Der ehemalige Chef des deutschen Lehrerverbandes schlägt Alarm und behauptet, die Gender-Sprache würde die Kinder «verdummen» lassen.

    Gendern
    Das Gendern sorgt seit einiger Zeit für Kontroversen. - Gregor Bauernfeind/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ex-Lehrerpräsident in Deutschland warnt: Gender-Sprache «verdummt» und «verwirrt» Kinder.
    • Laut Josef Kraus beeinträchtigt Gendern die Sprachentwicklung von Kindern

    Im Sinne der Gleichberechtigung hält auch an vielen deutschen Schulen die Gender-Sprache Einzug. Die Sprache beinhaltet Formen mit Doppelpunkt, Unterstrich oder Sternchen. Also zum Beispiel «Freund*innen, Steuerzahler:innen oder Schüler_innen».

    Der Deutsche Rechtschreibrat, die massgebende Instanz für die deutsche Rechtschreibung, erkennt diese Formen aber nicht an. Zu recht findet Josef Kraus. Der 73-Jährige ist ehemaliger Chef des deutschen Lehrerverbandes (1987-2017) und hält offenbar gar nicht viel von der Gender-Sprache.

    Gender-Sprache in der Schule unterrichten – befürworten Sie das?

    Gegenüber der «Bild»-Zeitung schlägt er Alarm und sagt: «Gendern verdummt unsere Kinder!» Was er damit meint? Die Kinder würden bei der Sprachentwicklung verwirrt, so Kraus und konkretisiert: «Besonders Kinder, die ohnehin nicht fehlerfrei Deutsch können, sind die Verlierer – insbesondere diejenigen mit Migrationshintergrund.»

    «Mit ideologischer Sprachverzerrung konfrontiert»

    Besonders gefährlich findet der Experte das Gendern, bei Kindern, die noch nicht einmal richtig lesen und schreiben können. «Schüler der ersten und zweiten Klasse sind die Leidtragenden.»

    Sie sollten laut Klaus zuerst verstehen, wo das sogenannte Genus eines Substantivs ist – also sein Geschlecht – und wie man ihn grammatisch dekliniert. «Stattdessen werden sie mit ideologischer Sprachverzerrung konfrontiert», sagt der pensionierte Lehrer.

    Gendern
    Der Deutsche Rechtschreibrat, die massgebende Instanz für die deutsche Rechtschreibung, erkennt die Gender-Sprache aber nicht an. - Keystone

    Die Diskussion um die Gender-Sprache in deutschen Schulen hatte letzte Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, als die Bildungsministerin von Sachsen-Anhalt angeordnet hatte, dass Schulen in ihrem Land nur «korrekte» Wendungen unterrichten. In anderen Worten: Sie hatte die Gender-Sprache verboten. Ex-Lehrer-Präsident Kraus fordert nun ein bundesweites Verbot.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Nationalrat Debatte
    46 Interaktionen
    Kein Gesetz
    1 Interaktionen
    Berlin
    Thomas Werner, Präsident SVP
    5 Interaktionen
    Gastbeitrag

    MEHR IN NEWS

    wadephul
    2 Interaktionen
    New York
    lufthansa
    Wegen Kabinen-Geruch
    Liestal

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    26 Interaktionen
    München
    3 Interaktionen
    Zwingen BL
    15 Interaktionen
    Flensburg
    Rhein
    14 Interaktionen
    Köln/Kaub