James Webb: Schaden durch Mikrometeoriten grösser als angenommen

    Dayan Pfammatter
    Dayan Pfammatter

    USA,

    Im Juni kollidierten sechs Mikrometeoriten mit dem Spiegel des James Webb. Der resultierende Schaden am Teleskop ist offenbar grösser, als die Nasa erwartete.

    James-webb-Weltraumteleskop
    Eine Darstellung zeigt das James-Webb-Weltraumteleskop. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor einer Woche gab es erstmals Vollfarbbilder des James-Webb-Teleskops zu sehen.
    • Diese überzeugen trotz ersten Schäden durch Meteoriten mit detailreichen Abbildungen.
    • Trotzdem reevaluiert die Nasa nun die Gefahren solcher Einschläge.

    Das Milliarden-Projekt rund um das James Webb hat vergangene Woche erste Früchte getragen. Erstmals konnten spektakuläre Bilder unseres Kosmos aus seinen Urzeiten aufgenommen und veröffentlicht werden.

    James Webb Gravitationslinse
    Im ersten Vollfarbfoto des James Webb zu sehen: Uralte Galaxien durch eine Gravitationslinse. - sda / Nasa

    Ganz reibungslos lief es bisher jedoch nicht. So wurde das Weltraumteleskop bis im Juni von sechs Mikrometeoriten getroffen und beschädigt.

    Damals wurde der entstandenen noch als «minimal» deklariert, jetzt muss die Nasa jedoch einräumen. Die Einschläge sind offenbar um einiges gravierender als erwartet.

    Schaden bereits 120-mal gravierender

    Bereits vor dem Start war den Forschenden klar, dass der Spiegel des Teleskops früher oder später von Mikrometeoriten getroffen wird. Zu verdanken ist dies seiner schieren Grösse von 6,5 Metern Durchmesser. Auf seiner Umlaufbahn ist das JWST knapp einmal im Monat dem Risiko von solchen Meteoriten ausgesetzt. Mit welcher Kraft diese den Spiegel treffen würden, wurde jedoch nicht erwartet.

    James-WEbb-Weltraumteleskop
    Das James-Webb-Weltraumteleskop wurde im vergangenen Dezember ins Orbit der Erde geschossen. - Keystone

    So liegt der Schaden jetzt bereits ausserhalb der eingerechneten Marge und ist physisch nicht reparierbar. Den Forschenden müssen also jetzt mit dem beschädigten Spiegel arbeiten und die Fehler in den Aufnahmen algorithmisch korrigieren. Künftig soll das Teleskop weniger lange in Richtungen mit hohem Einschlagrisiko ausgerichtet werden, wie «T3N» aus einem internen Dokument festhält.

    Ist das Ende des James Webb schon nahe?

    Noch ist nicht klar, ob bisherigen starken Einschläge ein absoluter Ausnahmefall sind, oder ob das Teleskop vulnerabler als erwartet ist. Klar ist aber, dass solche Einschläge das James Webb im Worst Case unbrauchbar machen können. Das würde bedeuten, dass rund 10 Milliarden US-Dollar und fast 30 Jahre der Entwicklung hinüber wären.

    Interessieren Sie sich für Astronomie?

    Auf seiner Umlaufbahn hat das James-Webb-Weltraumteleskop derweil genügend Treibstoff für über 20 Jahre im All. Zum Vergleich: Das Hubbleteleskop befindet sich nun schon seit über 40 Jahren auf seiner Mission.

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