Schwangere mit Corona: seltener Fieber, aber mehr frühe Geburten

Keystone-SDA
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Grossbritannien,

Forschende haben untersucht, welche Auswirkungen Corona auf Schwangere haben kann. Demnach entwickeln sie bei einer Infektion wohl seltener Fieber und haben aber öfter Frühgeburten, wie sie im Fachmagazin «BMJ» berichten.

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In Polen stirbt eine 37-Jährige, weil die Ärzte ihren toten Fötus nicht entfernten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zusammengetragen haben die Forscher um Shakila Thangaratinam vom WHO Collaborating Centre for Global Women’s Health an der Universität in Birmingham die Ergebnisse von insgesamt 77 Studien.

Aus ihrer Analyse geht auch hervor, dass Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen bei infizierten Schwangeren im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen mit einer Infektion nicht so häufig auftreten.

Dies könne aber auch daran liegen, dass Schwangere bei ihrer Einweisung in die Klinik meist auf das Coronavirus getestet werden - unabhängig davon, ob sie Symptome zeigen oder nicht.

Zudem brauchten laut Studie Schwangere öfter intensivmedizinische Betreuung als nicht schwangere Infizierte. «Dass Schwangere jetzt besonders gefährdet sind im Vergleich zu Nicht-Schwangeren - dafür gibt es noch zu wenige stichhaltige Daten», sagte die Virologin Susanne Modrow dazu. Klar sei, dass es bei vorerkrankten Müttern, also etwa solchen mit Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes, zu Komplikationen kommen könne.

Klare Unterschiede gebe es bei der Behandlung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten. Bei Schwangeren sei die antivirale Behandlung mit dem Medikament Remdesivir nicht zugelassen, so Modrow. Daher solle eine Infektion insbesondere bei einer Schwangerschaft vermieden werden.

Modrow zufolge ist eine Übertragung des Erregers auf das Ungeborene im Mutterleib «extrem selten». Komme es unerwartet doch dazu, sei dies nicht zwingend bedenklich. «Es gibt bisher keine Hinweise, dass eine angeborene Schädigung mit einer lebenslangen Problematik aufgrund einer Coronavirus-Infektion auftritt.»

Eine weitere gute Nachricht aus der Studie: Die Anzahl von Totgeburten oder Todesfällen bei Neugeborenen war bei infizierten Schwangeren nicht höher.

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