Aargauer Genossenschaft will Mieten dieses Jahr senken
Schweizweit kommt es aktuell zu Mieterhöhungen. Trotzdem will eine Aargauer Genossenschaft den Mietzins sogar senken.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Mietzinserhöhungen sind in vielen Fällen nicht zu umgehen.
- Entgegen dem Trend soll es nun bei einer Aargauer Genossenschaft gehen.
- Bei der Wogeno Aargau soll der Mietzins sogar gesenkt werden.
Mieterhöhungen sind auch dieses Jahr ein heisses Thema in der Schweiz. Bisher konnten bei Genossenschaftswohnungen Erhöhungen hinausgezögert werden. Doch ab dem nächsten Frühjahr könnte es auch sie treffen.
In Zürich hat dies bereits für Aufregung gesorgt. Einige Genossenschafts-Mieten sollen um bis zu 30 Prozent steigen, berichtet der «Tages-Anzeiger». Die NZZ schreibt von empörten Genossenschaftsmitgliedern, die gegen diese Erhöhung protestieren. Satte 450 Franken soll eine Familie per 1. April mehr bezahlen.
Denn nun seien Gebäudeversicherungswert und Finanzierungskosten gestiegen – so auch die Bauteuerung. Und das beeinflusse den Mietzins bei Genossenschaften.
Rolf Wagner kritisiert Medienberichte
Anders sieht es bei Rolf Wagner, Präsident der Wohngenossenschaft Wogeno Aargau aus. Bei ihm in der Wogeno zeige sich ein anderes Bild, sagt er. Er will die Mieten sogar senken!
«Unser Model stützt sich nicht auf den Versicherungswert der Liegenschaften, sondern auf die tatsächlichen Kosten, die dort anfallen», erklärt Wagner.
Und fügt hinzu: «Unter Berücksichtigung der vermuteten Hypothekarzinsentwicklung und der Investitionskosten für die nächsten fünf Jahre zeigen erste Resultate, dass bei vielen Liegenschaften der Wogeno der Mietzins gesenkt werden kann.»
Andere Genossenschaftswohnungen erhöhen Mieten
Aber nicht alle Aargauer Genossenschaften können ihre Mieten senken. Bei Lägern Wohnen wird es Mieterhöhungen geben. Diese Genossenschaft besteht aus 941 Wohnungen verteilt auf 24 Siedlungen vor allem im Raum Baden. Damit ist sie eine der grössten im Kanton Aargau.
«Eine Erhöhung des Referenzzinssatzes um ein Viertelprozent entspricht einer Mietzinserhöhung von drei Prozent», sagt Mario Jacober, Geschäftsführer von Lägern Wohnen zur Zeitung. Aber er betont auch: «Auf eine Weitergabe der allgemeinen Kostensteigerung haben wir jedoch verzichtet».
Der Anteil von Genossenschaftswohnungen im Kanton Aargau ist mit 0,5 Prozent sehr klein. Im Vergleich dazu sind es in Zürich 5 Prozent und in Luzern 2,7 Prozent.