Hochdotierter Leenaards-Preis für Antibiotika- und Demenz-Forscher
Zwei Schweizer Forschungsgruppen erhalten insgesamt fast 1,4 Millionen Franken für ihre innovativen Projekte.

Die Fondation Leenaards hat am Montag zwei Wissenschaftspreise im Gesamtwert von fast 1,4 Millionen Franken an zwei Forschungsgruppen aus der Romandie verliehen. Der erste Preis ist der Erforschung einer neuen Methode zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen gewidmet, der zweite einem Forschungsprojekt zur Früherkennung von Demenz.
Die erste prämierte Forschungsgruppe unter Leitung von Angela Koutsokera am Universitätsspital Waadt in Lausanne (Chuv) befasst sich mit dem Einsatz von sogenannten Bakteriophagen zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen, die gegen Antibiotika resistent sind, wie die Schweizer Stiftung in einer Mitteilung schrieb.
Bakteriophagen sind Viren, die vor allem in Abwässern, Böden und Exkrementen vorkommen. Sie sind für den Menschen harmlos, für Bakterien aber zerstörerisch. Die Herausforderung dieser Forschung bestehe darin, den richtigen Bakteriophagen für das richtige antibiotikaresistente Bakterium zu finden.
Fokus auf Antibiotikaresistenz und Demenz
Das zweite prämierte Forschungsprojekt wird geleitet vom Gilles Allali vom Chuv und der Universität Lausanne und widmet sich der Früherkennung der Lewy-Körperchen-Krankheit. Diese ist – nach der Alzheimer-Krankheit – die zweithäufigste Ursache für neurodegenerative Demenz.
«Man schätzt, dass etwa 20 Prozent der Demenzpatienten davon betroffen sind, was für die Schweiz etwa 40'000 Personen entsprechen würde. In Wirklichkeit dürften diese Schätzungen weit übertroffen werden, da diese Krankheit wenig bekannt ist und weitgehend unterdiagnostiziert wird», wurde Allali in der Mitteilung zitiert.