Roger Schawinski startet Musikstream unter dem Namen Radio Grischa
Der Medienunternehmer Roger Schawinski startet trotz fehlender Sendekonzession einen Musikstream unter dem Namen «Radio Grischa Testprogramm».

«Unser Ziel ist es, mehr als nur Musik zu liefern», schreiben Schawinski und sein Bündner Geschäftspartner Stefan Bühler auf ihrer Webseite radioalpin.com. Radio Grischa stehe für Unabhängigkeit, Vielfalt und Qualität – heute musikalisch, morgen auch journalistisch, geben sich die Radiomacher kämpferisch. «Wir setzen ein klares Zeichen für Medienvielfalt und gegen das bestehende Medienmonopol im Kanton Graubünden», erklärten sie.
Den Start des Musikstreams begründen Schawinski und Bühler mit einem aktuellen Entscheid des Eidgenössischen Institutes für Geistiges Eigentum IGE. Dieses löschte unlängst auf Antrag der beiden Radiomacher den Markenschutz des Medienunternehmens Somedia für Radio Grischa.
Auswirkungen des Entscheids unklar
Allerdings ist unklar, welche Auswirkungen der Entscheid hat. Die Marke Radio Grischa war laut der IGE-Verfügung zum Entscheidungszeitpunkt nur noch für die «technische Verbreitung und die Ausstrahlung von Radiosendungen» eingetragen, nicht aber für die «Produktion von Radioprogrammen».
Zudem hat Schawinskis Radio Alpin Grischa die Sendekonzession des Bundes aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichtes noch vor seinem Sendestart wieder an die Somedia verloren. Radio Alpin Grischa hat ein Revisionsgesuch gegen das Urteil eingereicht.
Kein Einfluss auf Radioprogramm oder Sendebetrieb
Die Löschung der Marke Radio Grischa habe keinen Einfluss auf das Radioprogramm oder den Sendebetrieb des Somedia-Senders, hatte unlängst Somedia-Verwaltungsratspräsident Silvio Lebrument der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt.
«Durch die definitive Konzession, die uns vom Uvek bis Ende 2034 ausgestellt wurde, wird Radio Grischa ein fester Bestandteil der regionalen Medienlandschaft bleiben», versicherte der Somedia-Verwaltungsratspräsident.