Weiterer Widerstand gegen Walliser Solarprojekt Gondosolar

Keystone-SDA
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Bern,

Die Fondation Franz Weber und Helvetia Nostra legen Beschwerde gegen die geplante Photovoltaikanlage in Gondo ein.

Gondosolar
Visualisierung des geplanten hochalpinen Photovoltaikprojektes oberhalb von Gondo VS. - gondosolar.ch

Die Fondation Franz Weber und ihre Schwesterorganisation Helvetia Nostra haben beim Kanton Wallis Beschwerde gegen die geplante alpine Photovoltaikanlage in Gondo eingereicht. Das Projekt bedrohe ein wertvolles alpines Ökosystem, kritisieren die Umweltorganisationen.

Sie hätten die Beschwerde am Mittwoch beim Walliser Staatsrat eingereicht. Das teilten die beiden Stiftungen am Donnerstag mit. Im Rahmen dieser Beschwerde fordere Helvetia Nostra ein gerichtliches Gutachten.

Technische und verfahrenstechnische Mängel

Zentrale Aspekte zum Schutz von Natur und Landschaft seien beim Projekt nicht berücksichtigt, moniert Helvetia Nostra. Neben Umweltschäden weise es erhebliche technische und verfahrenstechnische Mängel auf. So sei zum Beispiel keine Variantenstudie gemacht worden.

Dabei gäbe es nach Ansicht von Helvetia Nostra in der Region oder im Kanton andere Standorte, die besser geeignet wären. Diese Orte wären an bestehende Infrastrukturen angeschlossen. Sie seien zum Teil bereits bebaut und hätten vor allem deutlich geringere Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen.

Mangelnde Vorbereitung des Projekts

Ausserdem sei das Projekt nicht vollständig ausgearbeitet worden. Insbesondere die Umweltverträglichkeitsprüfung sie unvollständig geblieben. Die kantonale Baukommission hatte vor knapp einem Monat die Baugenehmigung für das Projekt erteilt.

Parallel dazu läuft beim Bundesamt für Energie ein Verfahren zur Genehmigung der elektrischen Infrastruktur, die für das Projekt notwendig wäre. Der Entscheid dazu steht noch aus. Auch gegen diesen Teil hat Helvetia Nostra bereits Einspruch eingelegt, wie die Organisation weiter mitteilte.

Die Anlage mit rund 2200 Solarbäumen soll oberhalb Gondo auf über 2000 Meter Höhe auf einer Fläche von 17,4 Hektar errichtet werden. Sie wird laut den Projektträgern im Durchschnitt etwa 22,1 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr produzieren. Das reicht für knapp 5000 Vier-Personen-Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden.

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Kommentare

User #1993 (nicht angemeldet)

Wenn nun nicht die letzten begriffen haben, dass die Schweiz nun nicht mehr Trittbrettfahrerin ist oder je sein wird, dann weiss ich auch nicht. Ansonsten werden diesen Anlagen via Notrecht gebaut werden müssen.

User #1534 (nicht angemeldet)

Unsere digitale Traumwelt braucht Strom also opfern wir die reale Welt.

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