Swiss Re schreibt Milliardengewinn und will weiter zulegen
Im Geschäftsjahr 2024 konnte der Rückversicherer Swiss Re einen Gewinn in Milliardenhöhe verzeichnen.
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Der Rückversicherer Swiss Re hat im Geschäftsjahr 2024 trotz diverser Belastungen einen Milliardengewinn geschrieben und bezahlt den Aktionärinnen und Aktionären deutlich mehr Dividende. Der neue Konzernchef Andreas Berger hat die Gruppe auf ein operativ wie finanziell solides Fundament gestellt und strebt weiteres profitables Wachstum an.
«Unser Fokus lag auf Profitabilität und Widerstandsfähigkeit und die Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagte Berger am Donnerstag vor den Medien. Im Juli hatte er vom langjährigen CEO Christian Mumenthaler die Leitung übernommen und bereits im Herbst das US-Haftpflichtgeschäft umgebaut.
In der P&C Re-Sparte hatte Swiss Re die Rückstellungen für Haftpflichtschäden aus früheren Jahren massiv verstärkt. Und obwohl dies durch Reserveauflösungen in anderen Bereichen teilweise kompensiert wurde, belastete dies die Rechnung am Ende mit netto 2,6 Milliarden US-Dollar.
Darüber hinaus drückten Grossschäden aus Naturkatastrophen mit 1,0 Milliarden Dollar auf das Ergebnis. Ein Grossteil davon stammte von dem schweren Hagelunwetter in Calgary, dem Sturm «Boris» in Mittel- und Osteuropa sowie von den US-Windstürmen «Debby», «Helene» und «Milton».
Wenig überraschend brach der Spartengewinn um ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Dollar ein. Und der für die Profitabilität wichtige Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich um knapp 5 Prozentpunkte auf 89,9 Prozent. Angepeilt hatte man 87 Prozent und im laufenden Jahr soll er auf unter 85 Prozent verbessert werden.
Deutlich besser lief es in der Lebensparte (L&H Re). Dort stieg der Gewinn um 6 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar, vor allem dank gesteigerter Margen und üppiger Kapitalerträge. Einen Gewinnsprung auf 829 Millionen von 658 Millionen legte die Firmenerstversicherung Corporate Solutions (CorSo) hin.
Gute Entwicklung an Finanzmärkten war Gewinntreiber
Swiss Re hatte CorSo unter der Leitung von Berger über die Jahre fit getrimmt, unter anderem über eine Neuausrichtung des Haftpflichtgeschäfts und weiteren Portfolioanpassungen. Zuletzt wuchs CorSo profitabel, was auch in den kommenden Jahren geschehen soll.
Über die gesamte Gruppe hinweg war aber auch die gute Entwicklung an den Finanzmärkten ein Gewinntreiber. Die wiederkehrenden Anlageerträge seien in etwa um eine halbe Milliarde höher als noch im Jahr 2023 ausgefallen, hielt Finanzchef John Dacey fest, der das CFO-Amt an Anders Malmström abtritt.
Unter dem Strich wies Swiss Re nach der Umstellung auf den neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 einen Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar aus. Im Herbst hatte der Konzern 3,0 Milliarden in Aussicht gestellt, im laufenden Jahr soll das Ergebnis den Plänen zufolge auf 4,4 Milliarden klettern.
Das Ziel sei erreichbar, auch wenn mit den Waldbränden in Kalifornien bereits eine erste sehr schwere Naturkatastrophe früh im Jahr zu Buche schlage, sagte Berger. Swiss Re schätzt die versicherten Schäden dazu für die Versicherungsbranche auf 40 Milliarden Dollar und rechnet selber mit Kosten von unter 700 Millionen.
Die Gewinnaussichten, das in der Januar-Runde erneut zu höheren Preisen erneuerte Geschäft sowie eine solide Kapitaldecke stimmen das Management für die Zukunft zuversichtlich. Den Aktionären schlägt Swiss Re daher je Aktie eine mit einem Plus von 8 Prozent auf 7,35 US-Dollar deutlich erhöhte Dividende zur Zahlung vor.
Auch wenn der Konzern vorerst auf einen Aktienrückkauf verzichtet, kommen die News des Rückversicherers an der Börse gut an. Bis am frühen Donnerstagnachmittag gewinnt die Aktie gegen 2 Prozent hinzu.