Klagen über steile Rampen am neu eröffneten Urner Kantonsbahnhof
Nach der Eröffnung des neu gestalteten Kantonsbahnhofs Uri in Altdorf gibt es Kritik an der Gestaltung im Bezug auf die Behindertengerechtigkeit. Die Behindertenorganisation Procap nennt das Projekt ein «Vorbild für eine gelungene Zusammenarbeit».

Der Urner Landrat Ruedy Zgraggen (CVP) äusserte sich in der Landratssession vom Mittwoch zum neuen Bahnhof Altdorf, nachdem er am Wochenende eine Person im Rollstuhl über eine Rampe habe hochschieben müssen. Er sei dabei kräftig ins Schwitzen gekommen, einen Lift habe er vergeblich gesucht. Ob dazu das Geld gefehlt habe, wollte der alt Landratspräsident vom Regierungsrat wissen.
Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP) sagte, der Kanton habe den Bahnhof zwar bestellt, aber nicht geplant. Zgraggen sei aber nicht der erste, der sich zur behindertengerechten Gestaltung des neuen Kantonsbahnhofs negativ äussere.
Camenzind wies darauf hin, dass bei der Planung die Behindertenorganisation Procap eng miteinbezogen worden sei. Diese hält auf ihrer Webseite fest, die Projektentwicklung für den neuen Bahnhof Altdorf könne als Vorbild für eine gelungene Zusammenarbeit betrachtet werden.
Camenzind sagte, würden die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes nicht erfüllt, hätte der Bahnhof gar nicht gebaut werden dürfen. Er werde dieser Frage aber noch nachgehen, versicherte er.
Der neue Kantonsbahnhof Altdorf war im vergangenen Dezember nach 1,5 Jahren Bauzeit eröffnet worden. Die SBB hatten 50 Millionen Franken in die Erneuerung der Gleisanlagen investiert. Mit weiteren 14 Millionen Franken beteiligten sich der Kanton und die Gemeinde Altdorf am Bushof und der Personenunterführung.