Ein neues Teammitglied für die Gemeinde Muri

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Oberes Freiamt,

Muri testet in einem Pilotprojekt die KI-Lösung SwissGPT, um den Nutzen von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung zu evaluieren und Mitarbeiter zu schulen.

Die Gemeindekanzlei in Muri AG.
Die Gemeindekanzlei in Muri AG. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Muri mitteilt, ist künstliche Intelligenz (KI) längst mehr als ein Trend und verändert die Arbeitswelt grundlegend, auch im öffentlichen Sektor.

Die Gemeinde Muri begegnet dieser Entwicklung mit Weitblick und gehört zu den Vorreitergemeinden, die den verantwortungsvollen Einsatz von KI im kommunalen Umfeld aktiv mitgestalten.

Neben der Einhaltung höchster Sicherheits- und Datenschutzstandards liegt der Fokus insbesondere auf dem Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden.

KI sicher und reflektiert einsetzen

SwissGPT wurde speziell für die Bedürfnisse von Verwaltungen entwickelt und erfüllt sämtliche Anforderungen des Schweizer Datenschutzrechts. Die eingegebenen Daten werden verschlüsselt, anonymisiert und ausschliesslich in zertifizierten Rechenzentren in der Schweiz verarbeitet.

Im Gegensatz zu frei zugänglichen Tools wie ChatGPT entstehen dadurch keine Risiken durch Datenverarbeitung im Ausland. Dank dieser sicheren Umgebung können auch komplexere Anwendungen risikofrei getestet werden, etwa zur Textoptimierung, zur Zusammenfassung von Informationen oder zur Analyse von Dokumenten.

Um den Datenschutz sicherzustellen, arbeitet Muri im Umgang mit SwissGPT als erste Gemeinde im Kanton Aargau eng mit der kantonalen Datenschutzbeauftragten zusammen.

«KI hat bereits im Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden Einzug gehalten. Wir wollen sie befähigen, diese neue Technologie sicher und reflektiert zu nutzen», sagt Marcelo Duarte, Projektleiter und Leiter der Gemeindekanzlei.

Strategisch begleitet und organisatorisch breit abgestützt

Ein interdisziplinäres Testteam mit 25 Mitarbeitenden aus allen Abteilungen der Gemeindeverwaltung prüft derzeit den konkreten Nutzen von SwissGPT im Arbeitsalltag: vom Verfassen und Optimieren von Texten über Übersetzungen bis hin zum Aufbau von Wissensdatenbanken oder der Erstellung von Protokollen. Parallel dazu werden praxisnahe Schulungen durchgeführt.

Ziel ist es, ein solides Verständnis für die Funktionsweise, die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen, von KI-Instrumenten zu vermitteln. «Der Umgang mit KI ist eine neue Schlüsselkompetenz, vergleichbar mit der Einführung von E-Mail oder Internet», erklärt Duarte.

«Deshalb geht es nicht nur um den Einsatz eines Tools, sondern um gezielte Befähigung und nachhaltigen Kompetenzaufbau.» Das Projekt wird von der Geschäftsleitung, den Abteilungsleitenden und dem Gemeinderat mitgetragen.

Die kantonale Datenschutzbeauftragte begleitet das Vorhaben von Beginn an. Gleichzeitig arbeitet das Führungsteam der Gemeinde an eigenen Richtlinien für den Umgang mit generativer KI, als Grundlage für einen sicheren, reflektierten und strategischen Einsatz in der öffentlichen Verwaltung.

Mio als Identifikationsfigur und digitaler Begleiter im KI-Alltag

Technologie entfaltet ihren Nutzen erst dann, wenn sie verständlich eingeführt wird. Um die Mitarbeitenden im Wandel zu unterstützen, hat die Gemeinde Muri den Mini-Roboter «Mio – Muri Intelligence Officer» entwickelt.

Mio ist Identifikationsfigur und hilfreicher Begleiter zugleich: Er vermittelt Schulungsinhalte, gibt praktische Tipps, erinnert an wichtige Etappen im Projektverlauf und macht KI im Arbeitsalltag greifbar. «Mit Mio schaffen wir eine emotionale Brücke zwischen Mensch und Technologie», sagt Manuela Scavelli, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde Muri.

«Er zeigt auf sympathische Weise, dass KI kein abstraktes Konzept ist, sondern ein praxisnahes Werkzeug. Gerade in der internen Kommunikation ist es entscheidend, neue Themen erlebbar zu machen. Mio hilft dabei, Nähe zu schaffen, wo Technik sonst oft Distanz erzeugt.»

In Schulungen, im Intranet, auf Plakaten sowie in Informationsmaterialien ist Mio präsent und begleitet die Mitarbeitenden durch die Testphase.

Ein moderner Schritt in die Zukunft

«KI ist kein Selbstzweck», betont Projektleiter Duarte abschliessend. «Mit SwissGPT wollen wir gezielt Potenziale zur Effizienzsteigerung prüfen, stets mit Blick auf den Mehrwert für die Bevölkerung und unsere Verantwortung als öffentliche Institution.»

Mit dem Pilotprojekt positioniert sich die Gemeinde Muri als moderne, lernbereite und verantwortungsvolle Arbeitgeberin, die ihre Mitarbeitenden aktiv auf dem Weg in die Arbeitswelt von morgen begleitet.

Die Erkenntnisse aus dem Testbetrieb werden laufend ausgewertet. Im Herbst 2025 will die Gemeinde über eine mögliche definitive Einführung entscheiden.

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