Sempach möchte das Label «kinderfreundliche Gemeinde» erhalten
Die Stadt Sempach strebt mit erhöhtem Engagement für Kinder, Jugendliche und Familien das Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde» an.

Wie die Stadt Sempach mitteilt, hat sich der Stadtrat im Rahmen des aktuellen Legislaturprogramms zum Ziel gesetzt, das Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde» anzustreben und in diesem Zusammenhang die bestehenden Angebote und Strukturen ganzheitlich zu überprüfen und diese für eine positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen anzupassen.
Bei der weltweiten Initiative handelt es sich um ein sogenanntes Prozesslabel. Da sich Kinderfreundlichkeit nur schwer in quantitativen Aspekten zusammenfassen lässt, geht es nicht darum, bestimmte Ziele zu erreichen, sondern darum, in vorgegebenen Schritten die Kinderfreundlichkeit innerhalb der Stadt Sempach systematisch zu verbessern und sichtbare Verbesserungen für Kinder und Jugendliche zu erzielen.
Der Zertifizierungsprozess inklusive bereits erfolgter Standortbestimmung ist mit einem finanziellen Aufwand von 12'000 Franken verbunden. Bei der Finanzierung wird die Stadt Sempach durch den Kanton Luzern unterstützt und kann bei Stiftungen, welche sich für die Umsetzung der Kinderrechte einsetzen, ebenfalls finanzielle Unterstützung geltend machen.
Standortbestimmung hat stattgefunden
In einem ersten Schritt hat eine umfassende Standortbestimmung stattgefunden. Im Rahmen dessen wurden verschiedene Bereiche innerhalb der Gemeinde mit Bezug zu Kindern und Jugendlichen wie beispielsweise Verwaltung, Politik, Gesundheit und Freizeit, die verschiedenen Schulstufen analysiert.
Betrachtet wurden bestehende Gefässe und Angebote, vorhandene Koordination und Zusammenarbeit, Partizipation von Kindern und Jugendlichen sowie Qualitätssicherung. Es ging darum herauszufinden, welche Freizeit-, Betreuungs- sowie Beratungsangebote für Familien, Kinder und Jugendlichen vorhanden sind.
Ausserdem wurde evaluiert, wie diverse Fachpersonen wie Spielgruppenleitung, Mütter- und Väterberatung, Lehrpersonen, Beratungsfachpersonen etc. sich untereinander vernetzen, austauschen und zusammenarbeiten.
Ebenfalls wurde untersucht, wie Kinder und Jugendliche sowie deren Bedürfnisse und Wünsche bei der Planung von Projekten wie beispielsweise der Spiel- oder Pausenplatzgestaltung einbezogen und berücksichtigt werden.
Erfreuliches Ergebnis zu bestehenden Angeboten
Die Auswertung der Standortbestimmung durch Unicef Schweiz und Liechtenstein zeigt ein Ergebnis von durchschnittlich 72,3 Prozent der maximal möglichen Punkte. Die Ergebnisse decken sich weitgehend mit den Erwartungen, welche im Rahmen von Vorüberlegungen beziehungsweise während des Ausfüllens des Fragebogens gemacht wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass in der Stadt Sempach bereits sehr vieles im Bereich Kinder, Jugendliche und Familie vorhanden ist und gut läuft. So besteht ein grosses und vielfältiges Angebot an Vereinen, Betreuungsangeboten, Dienstleistungen et cetera.
Optimierungsbedarf bei Beteiligung, Evaluation und Information
Es gibt in den verschiedenen Bereichen aber auch noch Handlungs- und Optimierungsbedarf. So ist vor allem der Einbezug von Kindern und Jugendlichen bei Themen, die sie direkt und unmittelbar betreffen sowie bei der Gestaltung ihres Lebensraums noch nicht fest verankert.
Im Weiteren ist es wichtig, dass Evaluation verstärkt als Instrument zur Qualitätssicherung genutzt wird. Auch besteht Verbesserungspotential bei der Information von Kindern und Jugendlichen über ihre Rechte und Pflichten. Dies müsste regelmässig und in angemessener Art und Weise beziehungsweise Sprache erfolgen.
Ein weiterer Aspekt, welcher gemäss den Handlungsempfehlungen von Unicef Schweiz und Lichtenstein fokussiert werden sollte, ist die engere Begleitung von Jugendlichen auf dem Weg zur Berufsausbildung beziehungsweise zum Berufseinstieg.
Weiteres Vorgehen
Unter der Projektleitung der Bereichsleiterin Soziales und Gesellschaft, Franziska Müller, wird in einem nächsten Schritt ein Projektplan erarbeitet und eine Roadmap zum weiteren Vorgehen erarbeitet. Das Projekt bis zur Zertifizierung wird circa ein bis eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen.
In dieser Zeit werden mittels eines partizipativen Prozesses die Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppen eruiert und analysiert. Basierend darauf wird schliesslich ein Handlungsplan mit konkreten Massnahmen erarbeitet.
Am Ende des Prozesses steht die angestrebte Zertifizierung der Stadt Sempach als «kinderfreundliche Gemeinde» durch Unicef Schweiz und Lichtenstein.