«Forensic Nurses»: Auf halbem Weg stehengeblieben
Mit dem «Aufsuchenden Dienst Forensic Nurses» bleibt die Zürcher Regierung auf halbem Weg stehen, kritisieren Vertreter der Grünen, GLP, AL, SP und EVP.

Mit dem «Aufsuchenden Dienst Forensic Nurses» bemüht sich die Zürcher Regierung, die Behandlung und Betreuung von Opfern von sexueller und häuslicher Gewalt zu verbessern.
Leider bleibt sie dabei auf halbem Weg stehen und zeigt keine Bereitschaft, die Forderung des Kantonsrats nach zwei Krisenzentren zu erfüllen.
Forensic Nurses bleiben hinter Behandlungs- und Betreuungsanforderungen zurück
Forensic Nurses ermöglichen den Opfern von sexueller und häuslicher Gewalt, dass die Spuren der Gewalttat gesichert werden, ohne dass sie zuvor eine Anzeige machen müssen.
Das ist eine begrüssenswerte Verbesserung, reicht aber nicht aus. GRÜNE, GLP, AL, SP und EVP sind klar der Ansicht, dass es zusätzlich zwei kantonale Krisenzentren für Opfer von sexueller und häuslicher Gewalt braucht, an welche sich die Opfer jederzeit wenden können und dort ein spezialisiertes, interdisziplinäres Team vorfinden.
Nur so sind die medizinischen, psychologischen und forensischen Behandlungen und die Betreuung möglich, die den Anforderungen der Istanbul-Konvention entspricht.
Motion enthält klaren Auftrag zur Schaffung von Krisenzentren
Auch mit den Forensic Nurses müssen sich von Gewalt Betroffene an die überlasteten und schlecht vorbereiteten Notfallstationen wenden. Dort werden sie auf ein meist hektisches Umfeld stossen und darauf warten müssen, bis eine Forensic Nurse angereist ist.
Eine adäquate Betreuung nach einer Gewalttat sieht anders aus!
Der Kantonsrat hat dem Regierungsrat mit der Motion 323/2021 den klaren Auftrag erteilt, Krisenzentren zu schaffen und die Situation der Opfer deutlich zu verbessern.
Die Behauptung der Gesundheitsdirektion, dass mit den Forensic Nurses diesem Auftrag Genüge getan sei, weisen Grüne, GLP, AL, SP und EVP klar zurück.
Grünen, GLP, AL, SP und EVP fordern Einrichtung von zwei Krisenzentren
Das Aufgabengebiet der Forensic Nurses beschränkt sich auf Spurensicherung und Schulung des bestehenden Gesundheitspersonals. Ebenso wichtig ist aber die psychologische Soforthilfe durch Fachpersonen, welche die ganz spezifischen Bedürfnisse von Gewaltopfern kennen.
Mit den lediglich acht Personen, die für den ganzen Kanton zuständig sind, ist der Dienst sehr bescheiden ausgestattet.
Die Grünen, GLP, AL, SP und EVP fordern den Regierungsrat auf, den Opfern von sexueller und häuslicher Gewalt mit der Einrichtung von zwei Krisenzentren eine angemessene und wirkungsvolle Unterstützung zu bieten.
Mit der Einrichtung von Krisenzentren besteht die Hoffnung, dass Opfer von Gewalt vermehrt Hilfe suchen und sie sie auch tatsächlich bekommen.