Economiesuisse kritisiert Trumps neue Zölle
Donald Trump kündigt Strafzölle von 31 Prozent auf Schweizer Importe an. Karin Keller-Sutter nimmt das zur Kenntnis, man wolle rasch das Vorgehen festlegen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA wollen Strafzölle von 31 Prozent auf Schweizer Importe erheben.
- Der Bundesrat nimmt die zur Kenntnis und will das weitere Vorgehen festlegen.
- Im Vordergrund stünden die langfristigen wirtschaftlichen Interessen der Schweiz.
10 Prozent Zölle werden die USA auf praktisch alle Importe erheben. Je nach Zöllen und Handelshemmnissen erheben sie aber für viele Länder noch höhere Abgaben, wie Donald Trump ankündigt. Für Importe aus der Schweiz fallen Strafzölle von 31 Prozent an.
Über X, vormals Twitter, hat Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter kurz nach der Ankündigung reagiert: «Der Bundesrat nimmt die Zoll-Entscheide der USA zur Kenntnis», schreibt sie. Man werde rasch das weitere Vorgehen festlegen.
Der Bundesrat nimmt die Zoll-Entscheide der USA zur Kenntnis. Er wird rasch das weitere Vorgehen festlegen. Im Vordergrund stehen die langfristigen wirtschaftlichen Interessen des Landes. Treue zum internationalen Recht und Freihandel bleiben zentrale Werte. pic.twitter.com/GWCywZBruX
— Karin Keller-Sutter (@keller_sutter) April 2, 2025
Laut der Finanzministerin stehen die «langfristigen wirtschaftlichen Interessen des Landes» im Vordergrund. Treue zum internationalen Recht und Freihandel blieben zentrale Werte.
SP-Co-Präsident Cédric Wermuth meldet sich deutlicher über «Bluesky»: «Es geht nicht um Wirtschaftspolitik. Es geht darum, dass eine Gang von superreichen Rechtsextremen und Techoligarchen dem Rest der Welt Regeln aufzwingen möchte.» Das könne man sich nicht gefallen lassen.
Deswegen erwarte er vom Bundesrat eine «deutliche, europäische Antwort auf die Trumpschen Zölle.»
Auch Jan Atteslander, Bereichsleiter Aussenpolitik von Economiesuisse, schreibt, jetzt seien Bundesrat und Wirtschaftsdiplomatie gefordert. Es müsse am Verhandlungstisch rasch eine Lösung gefunden werden.
Denn die Zölle stellten eine «ernsthafte Belastung» für die Schweizer Exportwirtschaft dar. Exporte würden verteuert, die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt und das Investitionsklima belastet.
Zudem schreibt er in der Mitteilung, die Zölle gegen die Schweiz seien «schädlich und unbegründet». Es gebe keine nachvollziehbaren Gründe. Denn die Schweiz verfolge eine offene Handelspolitik. Atteslander weist darauf hin, dass die Schweiz die Industriezölle einseitig abgeschafft hatte.
In seiner Rede hatte Donald Trump auch angedeutet, dass die Zölle durch Verhandlungen und Eingeständnisse gesenkt werden könnten.
Meloni hält Zölle für «falsch»
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kritisiert die neuen Zölle als «falsche Massnahme». Das Paket nütze weder den USA noch Europa, schreibt sie in den sozialen Medien.
«Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um auf eine Einigung mit den USA hinzuarbeiten. Mit dem Ziel, einen Handelskrieg zu verhindern, der den Westen unweigerlich zugunsten anderer globaler Akteure schwächen würde», so Meloni. Ihre Regierung werde weiter im «Interesse Italiens und seiner Wirtschaft handeln» und sich dafür mit europäischen Partnern beraten.