Einsatz in MotoGP gesichert? Gläubiger stimmen KTM-Sanierung zu
Am Dienstag stimmten die Gläubiger der fast drei Milliarden schweren Sanierung von Motorrad-Hersteller KTM zu. Bleiben die Österreicher in der MotoGP?
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Das Wichtigste in Kürze
- Die kurzfristige Zukunft von KTM ist nach dem angenommenen Sanierungsplan gesichert.
- Unklar ist aber noch, was die Rettung des Konzerns für das MotoGP-Programm bedeutet.
- BMW soll sich mit einer Übernahme des Motorrad-Herstellers beschäftigen.
Nach einer langen Sitzung am Landesgericht Ried im Innkreis durfte Motorrad-Hersteller KTM am Dienstag, 25. Februar, erstmals seit der Milliarden-Insolvenz im November aufatmen: Die Gläubiger des mit fast drei Milliarden verschuldeten Konzerns stimmten dem Sanierungsplan mit eindeutiger Mehrheit zu.
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Damit ist die schwer angeschlagene Marke zumindest vorerst vor dem drohenden Untergang gerettet.
Die nächste Deadline ist knapp drei Monate entfernt – bis zum 23. Mai muss KTM die den Gläubigern versprochene Barquote von 30 Prozent berappt haben. Dafür muss der Konzern rund 548 Millionen an Banken, Zulieferer und Mitarbeiter überweisen.
Bleibt KTM in der MotoGP an Bord?
Das dürfte dem österreichischen Unternehmen dank Grossinvestitionen von bestehenden Partnern auch gelingen: Der indische Bajaj-Konzern soll ebenso infrage kommen wie die chinesische CF-Moto-Gruppe.
Auch über einen Einstieg von BMW halten sich Gerüchte, was aber wohl einen Abgang aus Mattighofen nach Deutschland bedeuten würde.
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Offen ist noch, was die gelungene Sanierung mittelfristig für die vielen Motorsport-Engagements von KTM bedeutet. Bei den Testfahrten der MotoGP vergangene Woche schwieg das Werksteam eisern.
Am Wochenende startet die neue Saison der MotoGP in Thailand, KTM wird in jedem Fall mit am Start sein.
Bis zum Ende der Saison 2026 galt das MotoGP-Programm von KTM ohnehin als gesichert und budgetiert. Das grosse Fragezeichen war – und ist – die Zukunft ab 2027, wenn das neue Reglement in der Motorrad-Königsklasse greift. Denn KTM müsste ein völlig neues Motorrad mit 850-ccm-Motor entwickeln.
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Ob dafür das Budget vorhanden ist, bleibt auch nach der Rettung des Unternehmens fraglich.
Genau hier kommt ein möglicher Einstieg von BMW wieder ins Spiel: Der deutsche Konzern soll sich intensiv mit einem MotoGP-Projekt beschäftigen. Eine Übernahme des KTM-Programms wäre ein vergleichsweise einfacher Weg in die Motorrad-Königsklasse.