Stichprobe: Hälfte der Kartoffeln enthält ungesunde Stoffe

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Bern,

Bei vier von neun konventionell angebauten Kartoffeln wurden Pestizide nachgewiesen. Bei den Bio-Produkten wurden keine Chemikalien gefunden.

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Bei vier von neun konventionell angebauten Kartoffeln wurden Pestizide nachgewiesen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei vier von neun konventionell angebauten Kartoffeln wurden Chemikalien nachgewiesen.
  • Es handelt sich um Stoffe, die für Mensch, Tier oder Umwelt schädlich sein können.
  • Bei den ausländischen Bio-Kartoffeln wurden keine Chemikalien gefunden.

Ausländische Bio-Produkte oder doch einheimische konventionelle – welche sind besser? Dieser Frage ging das Konsumentenmagazin «Saldo» nach und liess Kartoffeln untersuchen. Die Antwort ist eindeutig.

So wurden sechs Bio-Kartoffeln von Herstellern aus den Nachbarländern in ein Labor geschickt. Heimische Bio-Kartoffel sind wegen des Kraut-und-Knollenfäule-Pilzes und der dadurch schlechten Ernte 2024 Mangelware. Deshalb konnten sie nicht getestet werden.

In keiner der untersuchten Kartoffel-Packungen konnten Pestizide nachgewiesen werden. Damit wird das Resultat der letztjährigen Untersuchung, bei der fünf Schweizer Bio-Kartoffeln getestet wurden, bestätigt.

Anders sieht es bei den günstigeren, konventionell angebauten Kartoffeln aus: «Saldo» liess neun verschiedene Produkte testen. Und in vier davon wurden Rückstände von Chemikalien gefunden. Zum einen war es Propamocarb, ein Fungizid, das bei Zellversuchen eine hormonaktive Wirkung zeigte.

Isst du oft Kartoffeln?

Zum anderen wurde Fluxapyroxad gefunden, ein Fungizid, das zur Gruppe der PFAS-Pestizide zählt. Die Fluorverbindungen von PFAS-Chemikalien können heikel sein: Sie zersetzen sich nur sehr langsam, ihre Abbauprodukte können sich in der Umwelt anreichern. Zudem gelten viele Fluorverbindungen als schädlich für die Leber, das Immun- und Hormonsystem.

Bei einer Kartoffel wurde auch 1,4-Dimethylnaphthalin nachgewiesen. Damit soll verhindert werden, dass Kartoffeln bei der Lagerung auskeimen. Der Stoff ist aber auch sehr giftig für Wasserlebewesen.

Immerhin: Bei keiner der getesteten Kartoffeln wurden die gesetzlich festgeschriebenen Grenzwerte für die Pestizidbelastung überschritten.

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Kommentare

User #6092 (nicht angemeldet)

Unsere Lebensmittel sind allesamt so gut wie niemals zuvor! Wer das anzweifelt, dem empfehle ich eine Selbstversorgung, dann weiß er wovon er redet 😉

User #5089 (nicht angemeldet)

Wir kaufen seit Jahren direkt im Hofladen ohne Verpackung. Es werden nur regionale und saisonale Produkte angeboten. Da gibt es im Winter keine Tomaten und keine Erdbeeren. Es ist ein Familienbetrieb und es werden keine herbezide glyphosate oder Pestizide verwendet. Auch hier wäre ein umdenken notwendig

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