Streiks in Frankreich sorgen weiter für Einschränkungen im Zugverkehr

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Frankreich,

Die Streiks gegen die geplante Rentenreform in Frankreich sorgen weiterhin für massive Einschränkungen im öffentlichen Verkehr.

Pendlerin am Gare de L'Est in Paris
Pendlerin am Gare de L'Est in Paris - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Premier Philippe appelliert mit Blick auf Weihnachten an die Streikenden.

Laut staatlicher Bahngesellschaft SNCF blieb der Zugverkehr am Sonntag am elften Streiktag in Folge stark gestört. Für Montag und Dienstag wurden ähnliche Beeinträchtigungen erwartet. Die Streiks drohen auch die Weihnachtspläne vieler Reisenden durcheinander zu bringen.

Premierminister Edouard Philippe richtete einen Appell an die streikenden Bahnmitarbeiter: «Weihnachten ist eine wichtige Zeit. Jeder muss Verantwortung übernehmen. Ich glaube nicht, dass die Franzosen es akzeptieren würden, wenn einige Leute sie dieses Moments berauben», sagte der Regierungschef der Zeitung «Le Parisien» (Sonntagsausgabe).

Die SNCF-Managerin Rachel Picard stellte derweil in Aussicht, dass rund die «Hälfte der Reisenden» voraussichtlich ihre Zugfahrten wahrnehmen könnten, um an den Feiertagen bei ihren Familien zu sein. Für gewöhnlich dauert es nach Streiks einige Tage, bis die Züge wieder nach Plan rollen. Die grösste Bahngewerkschaft CGT-Cheminots hatte gedroht, es werde «keinen Waffenstillstand zu Weihnachten» geben.

Am Samstag und Sonntag fuhren im Schnitt nur ein Viertel aller TGV-Schnellzüge. In Paris blieben fast alle Metrolinien geschlossen, auch im Bus- und Regionalverkehr gab es starke Einschränkungen.

Regierungschef Philippe forderte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou auf, einen Weihnachts-Notfallplan vorzubereiten, aus dem hervorgehe, welche Züge sicher fahren. Der Bahn-Chef hatte die Eisenbahner zuvor aufgerufen, über die Feiertage eine «Pause» bei den Streiks einzulegen.

Die Gewerkschaften wiesen dies zurück. Wenn der Konflikt noch vor den Feiertagen beendet werden solle, habe die Regierung noch die nächste Woche Zeit, die Rentenreform zurückzunehmen, sagte Laurent Brun von CGT-Cheminots der Nachrichtenagentur AFP. «Damit die Züge rollen, ist eine positive Nachricht der Regierung nötig», sagte Roger Dillenseger von der Gewerkschaft Unsa.

Für Dienstag haben die Gewerkschaften erneut zu landesweiten Protesten und Streiks aufgerufen. Im Vordergrund stehen dabei Ausstände von Bahnmitarbeitern, Angestellten des öffentlichen Dienstes, Angestellten aus dem Gesundheitswesen, Anwälte, Richter und Lehrer. Am ersten Tag der Protestwelle am 5. Dezember waren mehr als 800.000 Menschen auf die Strasse gegangen, bei Kundgebungen in der zurückliegenden Woche war die Beteiligung aber stark rückläufig.

In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ifop für die Zeitung «Journal Du Dimanche» gaben 54 Prozent der Befragten an, dass sie die Protestbewegung unterstützen, 30 Prozent lehnten die Aktionen ab.

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