Gentle Parenting: Nicht immer einfach
Gentle Parenting steht für einen sanften, bedürfnisorientierten Erziehungsstil. Doch Eltern stossen mit der Trend-Erziehung auch an Grenzen.

Wenn du selbst kleine Kinder hast du von dem Erziehungsstil garantiert schon gehört: Gentle Parenting wird von vielen als die moderne Antwort auf traditionelle Erziehungsstile gepriesen.
So hat sich die «sanfte Kindererziehung» hat sich zu einem wahren Social-Media-Phänomen entwickelt. Was in dem Hype jedoch untergeht, ist: Eltern empfinden die Erziehung nach den empfohlenen Kriterien zum Teil als mental belastend. Warum ist das so?
Warum ist Gentle Parenting eigentlich in aller Munde?
Forschungen zeigen deutlich: Unterschiedliche Formen der Kindererziehung können einen tiefgreifenden Einfluss auf die psychische Gesundheit und Entwicklung eines Kindes haben. Bei Gentle Painting geht es insbesondere darum, dass Eltern eine tiefe emotionale Beziehung zum eigenen Kind aufbauen und während der Entwicklung als Stütze zur Verfügung stehen.

Mögliche Traumata, die mit einem autoritären Erziehungsziel in Verbindung stehen, sollen so vermieden werden. In diesem Sinne ist Gentle Parenting áuch Ausdruck eines Veränderungsbedürfnisses:
Eltern lehnen die strikten Methoden der eigenen Eltern ab, welche aus eigener Erfahrung wissen, dass dieser zum Teil verletzend sein können. Zudem steht der sanfte Erziehungsstil im Einklang mit aktuellen sozialen Dynamiken, die traditionelle, hierarchische Strukturen zunehmend aufweichen.
Darum kann Gentle Parenting herausfordernd sein
Ein Grund, warum Eltern an den eigenen Ansprüchen einer solchen Erziehung scheitern, ist: Wenn wir selbst autoritär erzogen wurden, kann es uns sehr schwerfallen, unsere Glaubenssätze bezüglich der Erziehung zu revidieren.
Von Hausarrest zu fürsorglichen Worten ist es manchmal ein weiter Weg. Auch die Persönlichkeiten der Elternteile spielen natürlich eine Rolle: Wer von Natur aus impulsiv ist, kann sich mit Gentle Parenting besonders schwertun.
In diesem Fall ist es besonders wichtig, sich als Vater oder Mutter Zeit zu nehmen, um eigene emotionale Konflikte zu lösen. Nur so kannst du vermeiden, Verhaltensweisen, die du an dir selbst nicht magst, an deine Kinder weiterzugeben.
Jedes Kind reagiert anders
Manche Kinder haben einen starken Willen, andere sind sensibel und emotional leicht angreifbar. Obwohl dies nicht bedeutet, dass eine sanfte Erziehung nicht dennoch viele Vorteile bietet, gilt:

Es braucht einen individuell richtigen Mix, denn jedes Kind und jeder Mensch sind anders. Letztlich können auch äussere Einflüsse die Prinzipien von Gentle Parenting auf die Probe stellen.
Stress auf der Arbeit, finanzielle Sorgen oder Zeitdruck am Morgen – ruhig und besonnen zu bleiben, kann dann nahezu unmöglich erscheinen. Aber: Auch wenn es nicht immer klappt – Gentle Parenting ist in jedem Fall eine gute Option, um eine wertvolle Beziehung zum eigenen Kind zu fördern.