Stille Treppe & Co: Warum «Auszeiten» ausgedient haben
Warum «Auszeiten» aufmüpfigen Kindern keineswegs helfen und was die Alternativen für Familien sind, erfährst du hier.
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Vielleicht kennst auch du noch die berühmt-berüchtigte «Stille Treppe» aus einer Erziehungssendung im Fernsehen. Auf die wurde Kinder damals verbannt, wenn sie nicht gehorchten.
Zum Runterkommen und Nachdenken über ihr Fehlverhalten.
Diese klassische Methode der Disziplinierung ist in vielen Familien immer noch ein fester Bestandteil des Erziehungsrepertoires. Aber funktioniert diese Technik der «Auszeit» wirklich oder gibt es bessere Strategien?
Warum Stille Treppe & Co überholt sind
Auszeiten sind eine altbewährte Methode zur Disziplinierung von Kindern. Sie sollen das Kind dazu bringen, über sein Verhalten nachzudenken und sich zu beruhigen.
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Doch immer mehr Eltern-Experten stellen die Effektivität dieser Praxis infrage. Sie behaupten, dass Auszeiten oft kontraproduktive Ergebnisse liefern können – sie lösen nicht das zugrundeliegende Problem des kindlichen Verhaltens.
Sie können sogar negative Gefühle bei den Kindern hervorrufen.
Aufgewühlte Kinder nicht alleine lassen
Häufig kommen die Auszeit-Methoden dann zum Einsatz, wenn Kinder ungewünschtes Verhalten wie Wut, Ärger oder Zorn zeigen. Sie werden dann weggeschickt und mit ihren starken und oft überwältigenden Gefühlen alleine gelassen.
Damit signalisieren Eltern ihren Kindern «So wie du jetzt bist, mag ich dich nicht» oder «Wenn du dich so verhältst, wirst du ausgeschlossen». Das kann zu Verwirrung und einem Gefühl von Ablehnung führen.
So passiert es, dass Kinder dann nur noch zorniger werden oder sich in sich zurückziehen.
Die Macht der Empathie: Wie Mitgefühl Wunder wirkt
Der Schlüssel ist das empathische Zuhören. Indem Eltern ihren Kindern aufmerksam zuhören und versuchen, ihre Gefühle zu verstehen, können sie eine tiefere emotionale Bindung herstellen.
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So kann gemeinsam nach der Ursache des Problems geforscht werden. Kinder erfahren so, dass alle Gefühle willkommen sind und sie trotzdem geliebt und akzeptiert werden.
Langfristig können Kinder so lernen, starke Gefühle zu benennen, zu regulieren und zu überwinden. Eine wichtige Fähigkeit, von der sie ihr Leben lang profitieren werden.
Konflikte als Chance zum Dialog
Konflikte im Familienalltag sind oft richtig anstrengend. Doch sie sind auch eine grosse Chance, einander näherzukommen.
Anstatt Kinder mit Ausschluss zu bestrafen und abzuschieben, sollten Probleme besprochen und gemeinsam bewältigt werden. Das schweisst als Familie zusammen und macht Kinder stark fürs Leben.