Libido-Steigerung durch Aphrodisiaka? Das ist dran
Wenn Lust und Leidenschaft ausbleiben, vertrauen einige auf Lösungen aus der Küche: Aphrodisiaka. Helfen sie wirklich?

Die Vorstellung, dass bestimmte Lebensmittel die Leidenschaft entfachen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon in der Antike wurden Honig, Feigen oder Austern als natürliche Lustmacher verehrt.
Ob im alten Rom, in China oder bei den Azteken – überall suchten Menschen nach Wegen, die Liebe durch Ernährung zu beeinflussen. Ist es Tradition, Wunschdenken oder gibt es tatsächlich einen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen bestimmten Zutaten und gesteigerter Anziehungskraft?

Während einige schwören, dass Schokolade oder Chili das Feuer entfachen, bleibt die Forschung zurückhaltend.
Aphrodisiaka: Mythos oder Wahrheit?
Aphrodisiaka werden als Lebensmittel oder Substanzen beschrieben, die das Verlangen steigern sollen. Über Jahrhunderte hinweg haben verschiedene Kulturen Zutaten wie Wassermelone, Ingwer oder Ginseng mit Sinnlichkeit in Verbindung gebracht.
Doch ob sie wirklich wirken, ist umstritten. Weil medizinische Behandlungen für ein geringes sexuelles Verlangen begrenzt sind, greifen viele Menschen zu Hausmitteln.
Oft fehlt jedoch der wissenschaftliche Nachweis, dass diese tatsächlich einen Effekt haben. Trotzdem hält sich der Glaube an ihre Wirkung hartnäckig.
Forschungsstand: Was sagt die Wissenschaft?
Viele Studien zu Aphrodisiaka basieren auf Tierversuchen, was die Übertragung auf den Menschen schwierig macht. Einige Untersuchungen zeigen, dass etwa Honig den Hormonhaushalt bei Ratten beeinflussen kann.
Ob dies auch für Menschen gilt, bleibt unklar. Auch Meeresfrüchte, insbesondere Austern, werden mit einer gesteigerten Testosteronproduktion in Verbindung gebracht.

Wissenschaftler betonen jedoch, dass kein einzelnes Lebensmittel garantiert das Verlangen steigert. Der Einfluss der Ernährung auf die Sexualität ist komplex und nicht auf bestimmte Zutaten beschränkt.
Haben Aphrodisiaka dennoch Vorteile?
Auch wenn ihre Wirkung auf die Libido nicht eindeutig bewiesen ist, könnten einige aphrodisierende Lebensmittel gesundheitliche Vorteile haben. Sie fördern womöglich die Durchblutung, beeinflussen den Hormonhaushalt positiv oder können wohl auch den oxidativen Stress reduzieren.
Ähnliche Effekte lassen sich jedoch auch durch eine ausgewogene Ernährung erzielen. Bestimmte Substanzen aus Muskatnuss oder Datteln werden zwar in Studien untersucht, doch für eine gesicherte Aussage braucht es weitere Forschung.
Ob Aphrodisiaka nun tatsächlich wirken oder nicht – eines ist klar: Ein gutes Essen mit einer besonderen Person kann oft mehr bewirken als die Zutaten auf dem Teller.