Schätze der Schweiz: Die 13 UNESCO-Welterbestätten

    Manuela Weber
    Manuela Weber

    Bern,

    Von historischen Städten bis zu Naturlandschaften: Die 13 UNESCO-Welterbestätten der Schweiz begeistern. Entdecke sie mit uns!

    WEinberge Lavaux
    Die Weinberg-Terrassen von Lavaux sind UNESCO-Welterbe. Hier das Winzerdorf St-Saphorin am Genfersees, Kanton Waadt. - Schweiz Tourismus/Marcus Gyger

    Das Wichtigste in Kürze

    • UNESCO-Welterbestätten sind Orte von besonderer Bedeutung, die geschützt werden.
    • In einem aufwändigen Verfahren werden diese Orte ausgewählt.
    • In der Schweiz gibt es gleich 13 ausgezeichnete Orte.

    Was haben die Chinesische Mauer, das Great Barrier Reef in Australien und die Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha mit der Festung von Bellinzona und der Berner Altstadt gemeinsam? Sie alle zählen zu den UNESCO-Welterbestätten.

    Diese Orte werden von einem Komitee der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) und anderen Fachorganisationen ausgewählt, weil sie einzigartig und besonders schützenswert sind.

    Sie stellen ein aussergewöhnliches kulturelles oder natürliches Erbe der Menschheit dar und erhalten besonderen Schutz, um sie für künftige Generationen zu bewahren. Die Welterbestätten umfassen historische Gebäude und Denkmäler, Landschaften oder Naturwunder.

    Kennst du die UNESCO-Welterbestätten in der Schweiz?

    Um in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen zu werden, müssen strenge Kriterien erfüllt sein. Eine solche Auszeichnung gilt als Zeichen höchster Qualität.

    In der Schweiz gibt es 13 UNESCO-Welterbestätten, was für ein so kleines Land eine beachtliche Zahl ist. Hier stellen wir diese 13 Orte vor:

    Altstadt von Bern

    Für uns ist Bern alltäglich, doch die 1191 gegründete Stadt ist eines der grossartigsten Zeugnisse des Städtebaus im Mittelalter in Europa. Laubengänge, Figurenbrunnen, das Münster und die Dächerlandschaft zeugen von der Geschichte der Stadt.

    Deshalb wurde die Berner Altstadt 1983 in das Verzeichnis der UNESCO aufgenommen. Es war die erste Welterbe-Auszeichnung für die Schweiz.

    Bern Altstad
    Die Berner Altstadt ist UNESCO-Welterbe. Hier die Kramgasse mit Fahnen und Beleuchtung. - Switzerland Tourism / Jan Geerk

    Benediktinerinnen-Kloster St. Johann in Müstair

    Das Benediktinerinnen-Kloster St. Johann wurde als zweite Stätte in das UNESCO-Verzeichnis aufgenommen. Es liegt im Val Müstair in Graubünden.

    Das Kloster wurde vermutlich um 800 von Karl dem Grossen gegründet. Es zeugt von einer kulturellen Blütezeit des Christentums und ist bis heute gut erhalten.

    Kloster
    Das Kloster Müstair im Winter. - STST - STTP

    Stiftsbezirk St. Gallen

    Ein Abstecher zum Stiftsbezirk in der Stadt St. Gallen ist Pflichtprogramm für jeden Touristen. Das spätestens im Jahr 719 gegründete Kloster galt im frühen Mittelalter, in der Renaissance und in der Barockzeit als bedeutendes kulturelles Zentrum im Abendland.

    St.Gallen Stiftsbezirk
    Das Wahrzeichen der Stadt St.Gallen ist der Stiftsbezirk mit seiner barocken Kathedrale. - Switzerland Tourism / Jan Geerk

    Die Klosterkirche, die Stiftsbibliothek und das Stiftsarchiv können noch heute besichtigt werden. Die Stiftsbibliothek bewahrt einzigartige Schätze aus dem Frühmittelalter auf.

    UNESCO-Weltkulturerbe Stiftsbibliothek.
    UNESCO-Weltkulturerbe Stiftsbibliothek in St.Gallen. - Switzerland Tourism

    Drei Burgen sowie Festungs- und Stadtmauern von Bellinzona

    Die beeindruckenden Wehranlagen, bestehend aus den Burgen Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro sowie den dazugehörigen Festungsmauern, haben ihre Ursprünge in der Altsteinzeit.

    Sie dienten lange als südliche Bastion der Alpentäler und nördliche Grenze der Poebene. Heute sind sie ein bedeutendes Zeugnis mittelalterlicher Befestigungsbaukunst in den Alpen.

    Castelgrande, Bellinzona
    Beeindruckendes Bauwerk: Castelgrande in Bellinzona. - Switzerland Tourism / Hannes Heinzer

    Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

    Es ist das grösste zusammenhängende vergletscherte Gebiet Eurasiens und erstreckt sich über rund 824 Quadratkilometer: Eiger, Mönch, Jungfrau und der grosse Aletschgletscher bilden das Herz der Alpen. Mit 23 Kilometern Länge ist der Aletschgletscher sogar der längste Gletscher der Alpen.

    Aletschgletscher
    Der Aletschgletscher ist rund 23 Kilometer an. - Schweiz Tourismus / Nicola Fuerer

    Auch die vielfältige Natur, von mediterran anmutenden Steppenlandschaften über eisige Felder bis hin zur wilden Aareschlucht, beeindruckt durch ihre Einzigartigkeit.

    Monte San Giorgio

    Beim Monte San Giorgio im Tessin zählen die inneren Werte: Er ist mit seinen 1097 Metern eher unscheinbar, aber er verbirgt Tausende von Fossilien im Innern. Vor 243 bis 239 Millionen Jahren befand sich hier ein 100 Meter tiefes Meeresbecken. Vor 90 Millionen Jahren entstand durch die Auffaltung der Alpen schliesslich der Berg.

    Berghütte auf Gipfel
    Auf dem Monte San Giorgio auf 1097 Meter. - Schweiz Tourismus/Renato Bagattini

    Paläontologen fanden hier versteinerte Fische und Meeressaurier von bis zu sechs Meter Länge. Im Fossilienmuseum von Meride kann man eine Auswahl von versteinerten Tieren und Pflanzen besichtigen.

    Lavaux, Weinberg-Terrassen

    Über 40 Kilometer erstrecken sich die steilen Weinberg-Terrassen entlang des Genfersees. Es ist die grösste zusammenhängende Weinbauregion der Schweiz und umfasst über 800 Hektar Rebfläche. Die Terrassen wurden bereits im 11. Jahrhundert unter der Leitung von Mönchen angelegt.

    Weinberge des Lavaux
    Ausblick uber die Weinberge des Lavaux. - Switzerland Tourism / Andre Meier

    Wer mehr über den lokalen Weinbau erfahren möchte und dabei die schöne Landschaft geniessen will, kann dies auf einem beschilderten Fussweg von Lausanne-Ouchy bis zum Schloss Chillon tun.

    Schweizer Tektonikarena Sardona

    Wie der Monte San Giorgio geht auch die Tektonikarena rund um den Piz Sardona im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden auf die Entstehung der Alpen zurück. Hier ist die geologische Entwicklung besonders gut nachvollziehbar.

    In der Tektonikarena Sardona sind die Gesteinsschichten gut sichtbar. - Foto Homberger

    Die Berge weisen eine Einzigartigkeit auf, die Geologen lange Zeit Rätsel aufgaben: Älteres Gestein liegt über jüngerem, da sich die 250 bis 300 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten über jüngeres Gestein geschoben haben. Die markante Kerbe ist gut sichtbar.

    Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

    Die zahlreichen Schluchten, Felsen und Steigungen in Bergregionen mit dem Zug zu überwinden, ist auch heute noch eine Herausforderung. Die Strecke der Rhätischen Bahn zwischen Thusis und Tirano in Italien gilt als Meisterleistung aus der Pionierzeit der Eisenbahn.

    Die Strecke ist 128 Kilometer lang und hat die Entwicklung des Alpenraums stark geprägt. Sie besitzt nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen kulturellen und sozialen Wert.

    Rhätische Bahn
    Ein Zug der Rhätischen Bahn auf dem Landwasserviadukt. - Swiss Travel System / Jan Geerk

    La Chaux-de-Fonds/Le Locle, Stadtlandschaft Uhrenindustrie

    Die beiden Städte La Chaux-de-Fonds und Le Locle bilden die Stadtlandschaft der Uhrenindustrie. Auf den ersten Blick wirken die Orte unscheinbar, doch wenn man in ihre Geschichte und Architektur eintaucht, erkennt man ihre Einzigartigkeit. Noch heute lebt der Geist der Uhrenindustrie in den Städten fort.

    Strassen, Gebäude und Fabriken wurden an die Bedürfnisse der Uhrenindustrie angepasst, die im 19. Jahrhundert florierte. Die Stadtstruktur ist schachbrettartig angeordnet. Die Häuser wurden so gebaut, dass der Lichteinfall optimal für die Arbeit an den Uhren war.

    La Chaux de Fonds
    La Chaux-de-Fond, die Uhrenstadt im Neuenburger Jura. - Schweiz Tourismus/Christof Sonderegger

    Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen

    Die prähistorischen Pfahlbausiedlungen stammen aus der Zeit von 5000 bis 500 v. Chr. Sie vermitteln ein Bild der frühen Agrargesellschaften um die Alpen. Die Funde umfassen Alltagsgegenstände der damaligen Bewohner wie Holz, Textilien, Reste von Bekleidung aus Rinde und Leder oder Werkzeuge.

    Die 56 in der Schweiz gefundenen Pfahlbauten befinden sich meistens in der Nähe von Wasser: an See- und Flussufern sowie in Feuchtgebieten.

    Pfalbausiedlung
    Rekonstruktion eines neolithischen Hauses an der Stelle des Fundorts Hauterive/Champréveyres im Kanton Neuenburg, datiert auf 3810 v. u. Z. - Laténium

    Das architektonische Werk von Le Corbusier

    Le Corbusier ist nicht nur Architekturfans ein Begriff. 17 Werke des in La Chaux-de-Fonds geborenen Architekten wurden in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, davon zwei in der Schweiz: La Petite villa au bord du lac Léman in Corseaux und l’Immeuble Clarté in Genf.

    Le Corbusier
    La Petite villa au bord du lac Léman in Corseaux. - Screenshot Instagram @fondationlecorbusier

    Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas

    Die alten Buchenwälder sind der jüngste Zugang zur Schweizer Liste der UNESCO-Kulturerbestätten. Ausgezeichnet wurden 94 Buchenwälder in 18 Ländern. In der Schweiz sind es die Waldreservate in den Tälern Lodano, Busai und Soladino im Tessin und auf dem Bettlachstock in Solothurn.

    Wald mit Buchen
    Themenweg Obergrenchenberg. Hier mit Blick auf den UNESCO-Weltnaturerbe Bettlachstock. - Switzerland Tourism / André Meier

    Die Waldfläche umfasst mehr als 1000 Hektar. Hier gibt es Bäume, die mehr als 170 Jahre alt sind. Für die Tier- und Pflanzenwelt sind sie wichtige Lebensräume und besonders schützenswert.

    Kommentare

    User #1625 (nicht angemeldet)

    Bitte mehr solche ausführliche berichte! echt toll

    User #5562 (nicht angemeldet)

    Ein toller Bericht, wirklich informativ.

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