Iran: Chamenei schlägt versöhnlichere Töne zu Kopftüchern an

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Im Iran ändert Ajatollah Ali Chamenei seine Kommunikation. Locker sitzende Kopftücher seien zwar «schlecht», aber stünden nicht entgegen der Religion.

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Frauen im Iran müssen ein Kopftuch tragen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kommunikation vom Staatsoberhaupt des Iran hat sich geändert, sie ist versöhnlicher.
  • Zwar bezeichnet er schlecht oder locker sitzende Kopftücher immer noch als «schlecht».
  • Deswegen sollen sie aber nicht entgegen der Religion und Revolution betrachtet werden.

Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei hat beim Kopftuchzwang versöhnlichere Töne angeschlagen. «Schlecht oder locker sitzende Kopftücher sind nicht richtig. Aber es bedeutet nicht, dass wir sie entgegen von Religion und Revolution betrachten sollten.» So wurde Irans Religionsführer am Mittwoch von der Nachrichtenagentur Irna zitiert.

«Wir alle haben Schwächen, die wir beheben müssen, und alles, was wir beheben können, wird besser.» Nach der Islamischen Revolution 1979 wurden im Iran strenge islamische Kleidungsvorschriften eingeführt, die auch kontrolliert werden.

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Ajatollah Ali Chamenei, Oberster Führer und geistliches Oberhaupt des Iran. - Office of the Iranian Supreme Leader/dpa

Irans politische Führung steht seit Ausbruch der landesweiten Proteste Mitte September unter enormem Druck. Ausgelöst vom Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini im Polizeigewahrsam stürzte Teheran in die schwerste politische Krise seit Jahrzehnten. Die 22-Jährige war vor mehr als drei Monaten wegen Verstosses gegen die im Iran geltenden islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden.

Die darauffolgenden Proteste, die sich auch gegen das islamische Herrschaftssystem richteten, wurden gewaltsam niedergeschlagen. Inzwischen sind immer mehr Frauen in Irans Metropolen in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch zu sehen.

Die sogenannte Sittenpolizei, die auch Amini festgenommen hatte, ist fast vollständig von den Strassen verschwunden. Doch der Kopftuchzwang soll durch andere Methoden wie etwa Videoüberwachung verfolgt werden.

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