Nach Assad-Sturz: Iran zeigt weiterhin Widerstand gegen Israel
Trotz des Sturzes von Syriens Machthaber Assad will der Iran den Widerstand gegen Israel fortsetzen. Teheran sieht sich jedoch geschwächt.
Der überraschende Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad erschüttert die Region. Der Iran, wichtigster Verbündeter Assads, reagiert laut «n-tv»prompt auf die neue Lage.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi betont, der Machtwechsel in Syrien werde den Widerstand gegen Israel nicht stoppen. So erklärt er es gegenüber dem Staatssender Irib.
Araghtschi bezeichnet den Widerstand gegen Israel als ideologische Mission, es handelte sich nicht um einen «klassischen Krieg». Daher werde er weitergehen.
Wegen Assad: Strategischer Verlust für Teheran
Der iranische Chefdiplomat räumt ein, dass Assad ein wichtiger Alliierter in der Widerstandsfront gegen Israel war. Teheran hatte zwar mit einem langen Bürgerkrieg gerechnet, nicht aber mit einem so raschen Umsturz.
Syrien war der einzige staatliche Verbündete in der vom Iran geführten Widerstandsfront. Das Land diente zudem als Versorgungsroute für die Hisbollah im Libanon.
Beobachter in Teheran sehen die iranische anti-israelische Doktrin durch den Machtwechsel in Damaskus erheblich geschwächt.
Diplomatische Bemühungen gescheitert
Araghtschi versuchte bis zuletzt, arabische Nachbarländer von der Unterstützung Assads zu überzeugen.
Er wollte sie zum Kampf gegen die Angehörigen der Islamisten-Allianz Haiat Tahrir al-Scham motivieren.
Seine Bemühungen blieben erfolglos. In sozialen Medien verspotteten ihn Kritiker als «Abbas Sisyphus».
Auswirkungen auf die Region
Der Sturz Assads verändert laut «BR24» das Machtgefüge im Nahen Osten grundlegend. Die Hisbollah im Libanon steht nun militärisch und logistisch geschwächt da.
Die Zukunft Syriens bleibt aber ungewiss. Verschiedene Kräfte im Land müssen sich laut der «Frankfurter Allgemeine» nun über die Machtverteilung einigen.