Israel-Krieg: Soldatinnen warnten vor Anschlägen – wurden bedroht
Noch vor dem Hamas-Angriff warnten israelische Soldatinnen vor «verdächtigen Aktivitäten» an der Grenze. Doch sie wurden von ihren Befehlshabenden abgewimmelt.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 7. Oktober kam es zu einer brutalen Attacke der Hamas auf Israel.
- Israelische Soldatinnen beobachteten schon davor «verdächtige Aktivitäten».
- Ihre Befehlshabenden drohten ihnen deswegen mit dem Kriegsgericht.
Am 7. Oktober wurde Israel von brutalen Attacken der Hamas überrascht. Hunderte Menschen wurden getötet oder entführt. Den Angriff hat niemand kommen sehen.
Oder etwa doch? Israelische Soldatinnen sollen nämlich bereits Wochen davor Bedenken geäussert haben. Allerdings wurden sie von ihren Vorgesetzten abgewimmelt – und bedroht.
Die Armeeangehörigen berichten gegenüber «Channel 12», dass sie an der Grenze «verdächtige Aktivitäten» wahrgenommen hatten: «Immer mehr Leute, die das Gebiet noch nie besucht hatten, kamen plötzlich dorthin. Und Bauern, die sonst immer kamen, hörten plötzlich auf, auf den Feldern zu arbeiten und wurden ersetzt.»
Daraufhin hätten bei ihnen die «Alarmglocken geläutet». Sie informierten die befehlshabenden Offiziere umgehend über «Training, Anomalien und Vorbereitungen». Doch die zeigten sich davon wenig beeindruckt. Schlimmer noch: Sie drohten ihnen sogar mit dem Kriegsgericht.
Hätte Hamas-Massaker im Israel-Krieg verhindert werden können?
So soll einer gesagt haben: «Ich will von diesem Unsinn nichts mehr hören. Wenn Sie sich noch einmal mit diesen Dingen befassen, werden Sie vor Gericht gestellt.» Ein anderer meinte: «Die Hamas ist nur ein Haufen Idioten, die werden nichts tun.»
Wie sich später herausstellen sollte, behielten die Kommandeure unrecht. Am 7. Oktober griffen zahlreiche Hamas-Kämpfer koordiniert an. Allein bei dem Festival-Massaker in der Negev-Wüste wurden 364 Menschen getötet.
Zu befürchten haben die Befehlshabenden aber wohl nichts. Auf Anfrage der «Mail Online» teilen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) mit: «Es besteht nicht die Absicht, disziplinarische Massnahmen gegen sie zu ergreifen. Wenn es Gespräche gab, die etwas anderes vermuten lassen, dann verstossen sie gegen die Leitlinien und werden entsprechend behandelt.»
Seit dem Hamas-Angriff steht auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in der Kritik. Er will für das Versagen der politischen und militärischen Führung bisher keine Verantwortung übernehmen.