Das Rote Kreuzt macht auf die humanitäre Lage im Sudan aufmerksam: Ein Grossteil der Gesundheitseinrichtungen können aktuell ihre Arbeit nicht verrichten.
Sudan
Sudans Oberbefehlshaber Abdel Fattah al-Burhan bei einer Rede in Khartum am 5. Dezember 2022. - keystone/AP Photo/Marwan Ali

Schwere Zerstörungen des Gesundheitssystems und Millionen Menschen auf der Flucht – das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) spricht von einer katastrophalen humanitären Situation im Sudan.

«Etwa 70 bis 80 Prozent der Einrichtungen im Gesundheitswesen können nicht arbeiten», sagte ein IKRK-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Machtkampf zwischen Staatschef und Stellvertreter

Im Sudan herrscht seit Mitte April 2023 ein blutiger Machtkampf zwischen De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan und dessen früherem Stellvertreter und Führer der sudanesischen Miliz RSF, Mohamed Hamdan Daglo.

Vor allem die Region Darfur im Westen des Landes und die Umgebung der sudanesischen Hauptstadt Khartum sind von dem Konflikt schwer getroffen. In jüngster Zeit machte die RSF verstärkte Gebietsgewinne auch in anderen Regionen. Der Miliz werden Plünderungen und schwere Gewalttaten vorgeworfen.

Sieben Millionen Flüchtlingen

Das Rote Kreuz versuche unterdessen mit chirurgischem Gerät und Medikamenten, die bestehenden Kliniken arbeitsfähig zu halten, so der Sprecher. Die Hilfsorganisation leiste auch Lebensmittelhilfe für Geflüchtete. Aber nachdem sich die Kämpfe in den vergangenen Wochen auf weitere Gebiete ausgedehnt hatten, seien viele auf Hilfe angewiesene Menschen immer schwerer zu erreichen.

«Wir sind im Dialog mit den Konfliktparteien, um Zugang zu den Menschen zu erhalten», sagte der Sprecher. «Aber die derzeitigen Zahlen der Binnenflüchtlinge sind die höchsten in der Geschichte des Sudan. Es gibt Menschen, die bereits zwei- oder dreimal seit Beginn des Konflikts fliehen mussten und für die es immer schwieriger wird, einen sicheren Ort zu finden.»

Nach jüngsten UN-Schätzungen sind mehr als sieben Millionen Menschen seit Beginn des Konflikts im April geflohen. Mehrere Hilfsorganisationen haben nach Angriffen und Plünderungen in den vergangenen Wochen ihr Personal aus den Kampfgebieten evakuiert.

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