
Das Wichtigste in Kürze
- Schauspielerin war «überraschend schwer erkrankt».
Die Schauspielerin starb im Alter von 76 Jahren, wie der Anwalt der Familie, Matthias Prinz, am Dienstag bestätigte. Sie sei «überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen». Zu weiteren Details werde aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie keine Stellung genommen. Die Schauspielerin hatte in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen mitgespielt, sie erhielt den Deutschen Filmpreis und viele weitere Auszeichnungen.
Zuletzt war Hannelore Elsner in dem Kinofilm «Kirschblüten und Dämonen» zu sehen, noch im Februar stand sie bei dessen Premiere auf dem roten Teppich. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Elsner als «wundervolle Schauspielerin und grossartigen Menschen». In vielen Rollen im Fernsehen, im Kino und auf der Bühne «hat sie uns Schwächen und Stärken der Menschen vor Augen geführt», betonte Steinmeier in einem Kondolenzschreiben an den Sohn der Verstorbenen. «Gerade den zerrissenen Charakteren und gebrochenen Seelen hat Hannelore Elsner Gestalt gegeben.» Elsner habe mit ihrer Kunst die Herzen der Menschen erreicht. «Sie hat sie verzaubert.»
Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) nannte Elsner «eine Ikone des deutschen Films». Aber sie sei nicht nur das gewesen. «Sie setzte sich auch kraftvoll für den Zusammenhalt in unserem Land ein», twitterte er. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte Elsner als «grossartige Künstlerin und besondere Persönlichkeit». Im März stand die Schauspielerin noch für einen neuen «Tatort» sowie ein weiteres Fernsehprojekt vor der Kamera. Der Vorstandsvorsitzende der Constantin Film, Martin Moszkowicz bezeichnete Elsner als «eine der letzten Schauspieldiven in der deutschen Filmlandschaft».
Elsner wurde am 26. Juli 1942 im bayerischen Burghausen nahe der österreichischen Grenze geboren, später wuchs sie im nahen Neuötting auf, bevor die Familie nach München zog. Zum Film kam sie durch Zufall: Ein Regisseur entdeckte sie mit 15 Jahren auf der Strasse und verschaffte ihr eine Schauspielausbildung.
Schon als Teenager bekam sie die ersten Filmrollen. «Immer die Mädchen» mit Hans-Joachim Kulenkampff war 1959 ihr erster Film. Bald fand Elsner Dauerbeschäftigung in Film und Fernsehen. Ausser in Unterhaltungsfilmen spielte sie auch schon jung in Filmen, die heute Klassiker sind, etwa «Die endlose Nacht» von Will Tremper aus dem Jahr 1963.
Ab 1994 spielte sie in der ARD-Serie «Die Kommissarin» als Lea Sommer in 66 Folgen die erste deutsche Fernsehkommissarin. Noch erfolgreicher wurde ihr Kinocomeback. Für die Hauptrolle in «Die Unberührbare» bekam sie 2000 die Lola als beste Hauptdarstellerin. Den Deutschen Filmpreis gewann sie 2003 mit «Mein letzter Film». Grosse Publikumserfolge wurden 2005 «Alles auf Zucker» und 2008 «Kirschblüten - Hanami». 2014 spielte Elsner in «Besondere Schwere der Schuld» mit dem inzwischen verstorbenen Götz George.
Verheiratet war Elsner von 1964 bis 1966 mit dem Schauspieler Gerd Vespermann, in den 70er Jahren dann mit dem Regisseur Alf Brustellin bis zu dessen Tod 1981. 1993 heiratete Elsner den Verlagsleiter Uwe Carstensen, von dem sie sich im Jahre 2000 scheiden liess. Danach war sie einige Jahre mit dem Literaturprofessor Günter Blamberger zusammen. Aus ihrer Beziehung mit dem Regisseur Dieter Wedel stammt der 1981 geborene Sohn Dominik.