Lawrow glaubt nicht mehr an Einigung bei atomarem Abrüstungsvertrag

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Russland,

Für eine Verlängerung des letzten grossen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA sieht Russlands Aussenminister Sergej Lawrow keine Perspektiven.

Sergej Lawrow
Dieses vom Pressedienst des russischen Aussenministeriums zur Verfügung gestellte Foto zeigt Sergej Lawrow, Aussenminister von Russland. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA wollen das Abkommen über die Atomwaffen-Kontrolle um eine gewisse Zeit verlängern.
  • Der russische Aussenminister rechnet nicht mit einer Verlängerung.
  • Russland und die USA besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow rechnet nicht mehr mit einer Verlängerung des letzten grossen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA. «Ich sehe keine Perspektiven», sagte Lawrow am Mittwoch in einem Interview mit einem Moskauer Radiosender. Das sähen auch seine Kollegen so, die sich zu Verhandlungen mit US-Vertretern getroffen hätten.

«Aber wir werden niemals die Tür zuschlagen und alle Kontakte abbrechen», sagte Lawrow. Der New-Start-Vertrag läuft im nächsten Februar aus – also bereits in vier Monaten.

Begrenzt Russland Arsenal taktischer Atomwaffen?

Die USA hatten am Dienstag erklärt, das Abkommen über die Kontrolle von Atomwaffen für eine gewisse Zeit zu verlängern. Russland müsse aber zusagen, sein Arsenal taktischer Atomwaffen zu begrenzen. Das sagte der US-Sonderbeauftragte für Abrüstungsfragen, Marshall Billingslea, in einem Interview.

Marshall Billingslea
Der US-Chefunterhändler Marshall Billingslea - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Nach seiner Einschätzung gibt es «eine grundsätzliche Einigung auf den höchsten Ebenen unserer beiden Regierungen». Russland dringt seit Monaten auf eine Verlängerung und warnt im Falle eines Auslaufens vor einem neuen Wettrüsten. Beide Seiten hatten sich bereits mehrfach zu Verhandlungen getroffen - bislang ohne eine Einigung.

Konkrete Vereinbarung gibt es noch nicht

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, es liefen Gespräche dazu «auf Expertenebene und auf hoher Ebene». Eine «konkrete Vereinbarung» gebe es aber noch nicht.

Russland und die USA besitzen zusammen rund 90 Prozent der weltweiten Atomwaffen. Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe.

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