Migration macht alte Konflikte in Europa sichtbarer
«Durch Migration werden regionale und landesspezifische Spaltungen sichtbar», so die neuesten Forschungsergebnisse aus Deutschland.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Zuge der Flüchtlingskrise werden alte Konflikte innerhalb Europas hervorgehoben.
- Migration befeuert laut deutschen Forschern Populismus.
Die Ankunft von mehr als einer Million Asylbewerbern in Deutschland hat laut einer Studie alte Konfliktlinien in der europäischen Bevölkerung wieder stärker zutage treten lassen.
«Durch Migration werden regionale und landesspezifische Spaltungen sichtbar – etwa zwischen Ost und West in Deutschland, zwischen Norden und Süden in Italien und zwischen Zentrum und Peripherie in Grossbritannien», schreiben die Forscher der Technischen Universität Dresden und der Universität Duisburg-Essen.
Flüchtlingskrise als Katalysator des Populismus
Die Autoren der von der Stiftung Mercator geförderten Studie haben die Zusammenhänge zwischen Migration und Populismus in Deutschland, Italien, Österreich, Polen, Schweden, Tschechien, den Niederlanden und Grossbritannien untersucht.
Die dabei sichtbar gewordenen latenten Konflikte seien teils kultureller, teils sozioökonomischer oder politischer Natur. Die Flüchtlingskrise sei somit nicht Ursache, sondern Katalysator für den um sich greifenden Populismus.
In Deutschland haben seit 2015 rund 1,46 Millionen Menschen einen Asylantrag gestellt. Nach einem Höchststand von 722'370 Erstanträgen im Jahr 2016 ist die Zahl der Menschen, die zum ersten Mal in Deutschland um Schutz bitten, seit 2017 deutlich gesunken.